Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 
Ricardo genannten „differentialen Grundrente“ von Einfluß 
sein. Im allgemeinen wird die naturale Grundrente nach 
gründlich durehgeführter Reform ziemlich stabil sein, da 
es, abgesehen von kleinen Parzellen, nicht gut angeht, die 
Bodenart zu ändern. Dürre, sumpfige steinige Flächen 
wird überhaupt die Gemeinschaft in gerechten Staats 
wesen in Kultur nehmen, und die Flächen erst dann, wenn 
sie zu Ackerland tauglich sind, den Privaten überlassen 
können. Der Gemeingeist wird noch die herrlichsten 
Triumphe auf diesem Gebiete feiern können. 
Es unterliegt für uns keinem Zweifel, daß in auf Ge 
rechtigkeit gegründeten Gemeinwesen der Zukunft, zumal 
wenn man die Erde als ein einziges, großes Gebiet ansieht, 
soviel Land vorhanden ist, daß auch bei noch so dichter 
Bevölkerung die Grundrente, welche der Bebauer des Bodens 
an die Gemeinschaft abzugeben hat, niemals höher sein 
wird, als die wirkliche Leistung der Naturkräfte beträgt. 
Diese nationale Grundrente würde sich sehr leicht durch 
Vergleichung mit jungfräulichen Ländern, welche dem Ver 
kehre noch offen liegen, feststellen lassen. Bestimmte 
Ziffern lassen sich natürlich bei Vergleichung der jetzigen 
und der zukünftigen Höhe der Grundrente nicht aufstellen. 
Der Gedanke an Gemeineigentum des Grund und Bodens 
hat nicht lange bei den Völkern geherrscht, denn immer 
ist es Pfiffigen gelungen, Gesetze zu machen, welche den 
einzelnen eine Aneignung von großen Bodenflächen er 
möglichten, ohne dabei die naturale Grundrente dem Ge 
meinwesen zu vergüten. Wir sehen die Latifundien ent 
stehen, deren Besitzer in der Lage sind,' denen, die Grund 
und Boden suchen, jede Bedingung bei der Überlassung zu 
stellen. Finden es die Eigentümer lohnender, Ackerflächen 
in Weiden und Jagdgründe zu verwandeln (denn dann 
haben sie außer der reinen, sichern Rente noch einen 
Tummelplatz ihres Vergnügens), so wird der Landhunger
	        
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