Full text: Logik des Geldes

§ 2. Die beiden in der Literatur herrschend. Grundauffass. d. Papiergeldes. Q3 
• 
Lexis (»Metallist«) äußert sich folgendermaßen 1 : »Wäre 
überhaupt nicht zu befürchten, daß bei Krisen und finan 
ziellen Nöten zu einer Vermehrung des Papiergeldes ge 
schritten würde, so könnte man sich theoretisch allerdings 
eine Einrichtung der Papierwährung denken, bei welcher 
nur geringe und unschädliche Schwankungen des auf Zah 
lungskredit beruhenden Wertmaßes vorkämen, während auf 
der anderen Seite der Gewinn stände, daß ein nach Mil 
liarden zu berechnender Betrag in Metallgeld erspart wer 
den könnte.« 
Helfferich (ein freilich nicht orthodoxer Schüler Knapps) 
sagt am Schlüsse seines Buches über »Das Geld« 2 : »An 
und für sich scheint es mithin möglich, bei einer solchen 
(ergänze: Papier-) Geldverfassung die Geldversorgung 
jederzeit in voller Übereinstimmung mit dem Geldbedarf 
zu halten, und so eine volle Stabilität des Geldwertes und 
eine gänzliche Indifferenz des Geldes in den wirtschaft 
lichen Vorgängen herbeizuführen.« 
Adolph Wagner (vermittelnd, aber Gegner von Knapp) 
sagt vom stoffwertlosen Gelde 3 : »Ein solches ist nach 
dem früheren nicht undenkbar und praktisch nicht unmög 
lich.« »Innerhalb einer einzelnen staatlich zusammenge 
faßten Volkswirtschaft hat sich das — die sogenannte Pa 
piergeldwirtschaft mit Papierwährung' — für (relativ) kür 
zere und längere Zeitdauer möglich erwiesen. Bei Kau- 
telen, welche sich dafür theoretisch aufstellen lassen, wenn 
und solange als diese Kautelen praktisch innegehalten 
werden konnten und werden, auch mit im ganzen minde 
stens nicht stets schädlichem, selbst mit verhältnismäßig 
unschädlichem, ja mit befriedigendem Erfolg hinsichtlich 
1 Das Geld, 2. Aufl. 1910. S. 588. 
2 Artikel Papiergeld im Handwörterbuch d. Staatsw. Bd. VI. S. 996. 
3 Sozialökonomische Theorie des Geldes und Geldwesens 1909. S. 138 
und 139.
	        
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