4
Erstes Kapitel. Methodologie.
theorie als zu völliger Unfruchtbarkeit verdammt hinstellen.
Die Kategorien, in denen wir Menschen uns »das Geld« vor
stellen, sind denn doch nicht so absolut gleichartige. Die
Probleme sind auch, ihrer Natur nach, keine mathematischen.
Gerade hierin liegt einer ihrer Reize, und hierin für den
Schriftsteller die Möglichkeit, auch noch heute, bei aller Ehr
furcht vor den Leistungen der Vergangenheit, einen eigenen
Beitrag zur Lehre vom Gelde zu liefern. Wenn auch wir diesen
Anspruch erheben, so sind wir uns bewußt, daß es nur wenige
Gesichtspunkte sind, auf die wir in dieser Abhandlung auf
merksam machen möchten. Es handelt sich zunächst um das
»Problem des Endes«, das in der uns bekannten Literatur
nicht behandelt worden ist. Gewiß bildet der Inhalt unserer
Erörterung darüber allein noch keine vollständige Theorie
des Geldes, wohl aber sollte eine derartige Erörterung
unseres Erachtens jeder Geldlehre als logische Grundlage
dienen.
Wie jede Geldtheorie bedarf dann die unsere auch alter,
bereits bekannter Elemente. Die Sache liegt hier folgender
maßen: Die Frage nach dem Wesen des Geldes hat zu drei
Gruppen von Theorien geführt.
Da sind erstens die Vertreter einer Auffassung, die man
heute allgemein mit dem Namen »Knapp« in Verbindung
bringt, (obwohl dieser Standpunkt z. B. schon 100 Jahre
früher und im Laufe des 19. Jahrhunderts öfter ebenso deut
lich wie dann von Knapp vertreten worden ist). Man nennt
diese Autoren mit Knapp »Nominalisten«. Es gibt dann
zweitens Vertreter einer anderen Geldauffassung, die
»Metallisten«.
Wir glauben nun zeigen zu können, daß ein dritter Stand
punkt existiert, der zwischen jenen beiden Richtungen die
Mitte hält und, die wahren Erkenntnisse beider in sich ver
einigend, über sie hinausdeutet. Dieser dritten Auffassung