Full text: Logik des Geldes

Drittes Kapitel. 
Die Geldliteratur und der Versuch, zu Ende zu 
denken. 
§ 1. 
Der »Metallismus«. 
Was ist Metallismus? Der Ausdruck »Metallist« ist von 
Knapp in seiner »Staatlichen Theorie des Oeldes« zur Be 
zeichnung seiner Gegner gebraucht worden. Man hat 
Knapp vorgeworfen, diese Kennzeichnung sei zu unbe 
stimmt; er kämpfe gegen einen fingierten Gegner. Unseres 
Erachtens mit Unrecht. Es ist doch richtig, daß eine Grund 
anschauung vom Gelde existiert, die zunächst einen klaren 
Gegensatz zu der von Knapp vertretenen zu bilden scheint, 
und die tatsächlich bei vielen Schriftstellern und Männern 
der Praxis wiederkehrt. Knapp hat gelegentlich Knies und 
Bamberger als Metallisten bezeichnet, er hat angedeutet, 
daß Richard Hildebrand hierher gehöre und hat darauf 
hingewiesen, auch der Laie sei metallistisch gestimmt. Aus 
seiner häufig in die Darstellung eingeflochtenen Polemik 
gegen die Metallisten läßt sich deren Grundauffassung zu 
recht konstruieren. Indem wir jetzt die metallistische Lehre 
in wenige Sätze zusammenzufassen versuchen, halten wir uns 
außer an die von Knapp genannten Autoren noch an L. H. v. 
Jakob 1 und Hufeland 1 2 , Macleod 3 , Carl Menger 4 und 
Diihring 5 . 
Der Metallismus sieht das Wesen des Geldes in einem 
1 Grundsätze der Nationalökonomie, Halle 1805. 
2 Die Lehre vom Gelde und Geldumläufe, Gießen 1819. 
3 The Theory and Practice of Banking, London 1855/56. 
4 Artikel Geld im Handwörterbuch der Staatswissenschaften, 3. Auflage, 
IV. Band, S. 555 ff. 
5 Diihring, Kursus der National-u. Sozialökonomie. L. 1892, III. Auf 1.
	        
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