§ 2. Die Anweisungstheorie.
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zustellen habe. Das letzte Glied, oder auch die letzten
Glieder der logischen Kette, die das Wesen des Geldes er
klären soll, würde also dann über die metallistische Vor
stellungsweise hinausgehen müssen. Damit wäre aber nicht
gesagt, daß nicht vorher durch viele Glieder jener Kette
hindurch der Metallismus aufrechterhalten werden könnte.
Kann doch Edelmetall (heute wenigstens Gold), solange man
annehmen darf, daß Geld daraus gemacht werden kann,
als relativ sicherster Wertträger durch Zeit und Raum be
trachtet werden. Diese zweite Auffassung würde also in dem
Metallismus keine Lösung mehr für das Ende des Geld
systems finden, dennoch aber ihm einen wichtigen Platz in
der Logik des Geldes einräumen.
§ 2-
Die Anweisungstheorie.
Die Lehre, daß das Geld ein bloßes Zeichen sei, ist be
kanntlich alt. Dogmengeschichtliche Hinweise finden sich
hierzu unter anderem bei Roscher und in der »Kritischen
Dogmengeschichte der Geldwerttheorien« von Friedrich
Hoffmann (1907). Davanzati (1588) glaubt, daß Silber und
Gold an sich von geringem Wert sei und nur menschlicher
Übereinkunft seinen Wert verdanke. Von bekannteren
Schriftstellern gehören zu den Vertretern dieser Auffassung
Law, Petty, Berkeley, Locke, Hume, Montesquieu. Im
19. Jahrhundert findet sich die Theorie, die im Gelde nur ein
Zeichen oder eine Anweisung auf Sachgüter erblickt, be
sonders ausführlich entwickelt beim Grafen Buquo.y 1 und
bei Samuel Oppenheim 1 2 . Auch Knapps Chartaltheorie
1 Die Theorie der Nationalwirtschaft, Leipzig 1815.
2 Die Natur des Oeldes 1855.