Full text : Logik des Geldes

§  4.  Adam  Müllers  Lehre  vom  ewigen  Nationalkredit.

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In  der  zirkulatorischen  Befriedigung  liegt  nur  ein  Teil  der
Wahrheit;  sie  bedeutet  zunächst  keine  Lösung,  sondern  nur
eine  neue  Problemstellung.  Die  Frage  bleibt  eben:  Unter
welchen  Bedingungen  ist  ein  Geldsystem  möglich,  das  einzig
auf  der  Vorstellung  der  zirkulatorischen  Befriedigung  aufgebaut ­
  erscheint?  Hier  taucht  der  Zweifel  auf:  Kann  wirklich ­
  im  Zirkulieren  eine  Befriedigung  liegen?  Muß  nicht  endlich ­
  irgendeine  Form  der  Einlösung  eintreten,  muß  nicht
solche  endliche  Einlösung  von  vornherein  zu  erwarten  sein  —
wenn  ein  Geldsystem  nicht  der  Entwertung  verfallen  soll?
Und  damit  gelangen  wir  zu  dem  Problem  des  Endes,  dem
wir  an  anderer  Stelle  nachgehen  wollen.
Der  Begriff  der  zirkulatorischen  Befriedigung  scheint  uns
bei  Knapp  in  der  Luft  zu  schweben.  Formal  bleibt  auch
Knapp  im  Rechte.  Die  Frage  nach  der  Zweckmäßigkeit  eines
Geldsystems,  nach  der  Möglichkeit  seiner  Entwertung  —
diese  Fragen  interessieren  ihn  gar  nicht.  Für  den  Nationalökonomen ­
  aber  sind  sie  Kernfragen.  Eine  Theorie,  die  mit
souveräner  Verachtung  die  Frage  nach  der  Zweckmäßigkeit
eines  Geldwesens  aus  einer  theoretisch-analysierenden  Betrachtung ­
  anschließt,  will  doch  nur  die  Schwäche  verhüllen,
•daß  sie  auf  diese  Frage  keine  Antwort  weiß.
§  4.
Adam  Müllers  Lehre  vom  ewigen  Nationalkredit.
Adam  Müllers  Theorie  vom  ewigen  Nationalkredit
würde  sich  zur  Not  in  die  Rubrik  »Anweisungstheorie«  einordnen
  lassen.  Indessen  verdient,  gerade  unter  dem  Gesichtspunkte ­
  des  Problems  vom  Ende  betrachtet,  die  Lehre  des
genialen  Romantikers  einen  besonderen  Platz.  Sie  kann  bereits ­
  als  ein  bedeutsamer  Lösungsversuch  angesehen  werden.
Freilich  darf  man  dabei  nicht  übersehen,  daß  die  Frage-
            
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