Full text: Logik des Geldes

§ 4. Staatliche und überstaatliche Geldtheorie. 
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metall demonetisiert wird? Wenn ein Papiergeld abgeschafft 
wird? Wenn ein neues Geld eingeführt wird? Es enthält 
auch die Fragen: Welche Befriedigung muß dem Geldbe 
sitzer werden, wenn die Zahlung in beweglichen Stücken 
überhaupt abgeschafft würde? (Frage nach dem Ende jedes 
Geldsystems.) Ferner — wenn die konkrete Form des be 
stehenden Staates zerbrochen wird? 
Man wird vielleicht erklären, die letzte Frage sei unberech 
tigt und verdiene kein Interesse. Das Geld sei gewiß nicht 
das Höchste, und wenn ein Staat zugrunde gehe, so sei es 
»unsittlich«, darnach zu fragen, ob der einzelne, der etwa 
seinen Staat überlebt, in seiner materiellen Existenz ge 
sichert oder gefährdet sei. Allein, es ist ein Unterschied, ob 
man nach der moralischen Beyechtigunng einer Problem 
stellung fragt, oder ob man ihr überhaupt kein wissenschaft 
liches Interesse zukommen lassen will. Überdies läßt sich an 
Beispielen aus dem geschichtlichen Leben zeigen, daß es poli 
tische Konstellationen gibt, unter denen auch jene Frage nach 
der ethischen Berechtigung ganz anders beantwortet werden 
muß, als es auf den ersten Blick scheint. 
Neuerdings hat Hermann Schwarzwald 1 in verschiede 
nen Aufsätzen die indische und die chinesische Währungs 
frage behandelt. Er geht von einer bestimmten, freilich ein 
seitigen Voraussetzung aus, nämlich der Ansicht, daß Edel 
metall und insbesondere Gold die natürlichste, sicherste und 
beste Währung liefere. Er hält alle Theorien wie alle prak 
tischen Bestrebungen für gefährlich, die eine Ersetzung des 
Goldgeldes durch unterwertige Silbermünzen und Papier, so 
wie Ausdehnung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs als 
Fortschritt hinstellen wollen. Und er vertritt nun die inter 
essante Hypothese, daß politische Mächte wie England, po- 
1 Die Bank, April- u. Maiheft 1914, S. 321 ff. u. 427 ff. Frkf. Ztg. 12. April 
1914, 1. Morgenblatt. Bankarchiv 1914, Heft 16.
	        
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