Full text: Logik des Geldes

§ 5. Die Rangordnung der Zahlungsmittel. 79 
tigen Kern der nominalistischen Lehre in sich aufnehmen 
kann. Im Unterschiede von Knapp und den Nominalisten wird 
sie eine »staatliche« und »überstaatliche« Geldtheorie zugleich 
sein können. Dies soll im folgenden näher ausgeführt 
werden. 
§ 5 - 
Die Rangordnung der Zahlungsmittel. 
ln den vorigen Kapiteln ist unser prinzipieller Standpunkt 
schon gegeben. Manchem Leser, der mit der geldtheoreti 
schen Literatur nicht vertraut ist, und dem die bekanntesten 
herrschenden Lehren nicht ganz geläufig sind, wird es viel 
leicht scheinen, als sei unser Standpunkt nicht konsequent, 
als schwanke der Autor zuweilen zwischen zwei entgegen 
gesetzten Theorien hin und her und hüte sich ängstlich, Farbe 
zu bekennen. Die Schuld liegt in diesem Falle nicht auf un 
serer Seite. Das häufige Eingehen auf die Theorien Knapps 
und dann wieder seiner Gegner muß den nicht Eingeweihten 
verwirren, ist aber unumgänglich nötig, um unsere Ab 
weichungen von den früheren Lehren deutlich herauszuheben. 
Kompliziert bleibt unsere Theorie allerdings. Aber hierin ver 
mögen wir noch nichts Verdächtiges zu erblicken. Die Wahr 
heit ist kompliziert, und eine Lehre, die der Wahrheit nahe 
kommen will, muß viele Klauseln, viele »Wenn« und »Aber« 
haben. Wir kommen zum letzten Kapitel. Letzter Zweck 
jeder menschlichen Wirtschaft ist die Befriedigung der mate 
riellen Bedürfnisse durch Beschaffung von Gütern und Dienst 
leistungen. Eine Theorie des Geldes, die unseren wirtschaft 
lichen Vorstellungen gerecht werden soll, zwingt uns not 
wendig, auf diesen letzten Zweck der Wirtschaft uns zu be 
sinnen, mag auch noch so oft das Geld bloß als Umlaufsmittel 
erscheinen. Nach Knapp allerdings wird die Befriedigung
	        
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