5. Die europäischen Kaffeemärkte.
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Volk zu kühner wirtschaftlicher und politischer Expansion angefeuert; Kraft habe es
dazu reichlich; nur den Mut, grohzu sein, müsse es fassen. Man hat den großen
Patrioten damals einen Phantasten gescholten. Aber bereits hat sich zum großen Teil
erfüllt, was List damals erträumte; und was noch fehlt, kann errungen werden, wenn
sich wirklich zur Kraft der Wagemut gesellt. Wenn unser deutsches Volk in der Welt
weiter emporsteigen will, so darf es sich durch die Gefahren der Weltpolitik nicht
schrecken lassen; es muß auch dem Tode ins Angesicht schauen können.
„Schicksal webet an stygilchen Bächen,
Feigen webet es schrecklich fern.
Steige hinnieder!
Fasse die Hyder!
'Starken folget das Starke gern".
5. Die europäischen Kaffeemärkte.
Von Rudolf Sonndorfer.
Vgl. S o n'n d o r f e r, Die Technik des Welthandels. 3. Aufl. 2. Bd. Wien und
Leipzig. Alfred Holder, 1905. S. 157ff.*)
Kaffee ist ein wichtiges Produkt der Tropenzone. Am besten gedeiht der
Kaffeebaum an sanften Gehängen, im humusreichen Lehmboden von Landschaften,
deren Temperatur nur zwischen 15 ° und 23 ° C schwankt, und die sich gleichzeitig eines
bedeutenden Regenfalles erfreuen, welcher über einen großen Teil des Jahres verteilt
ist: aber die Erntemonate müssen unbedingt trocken sein. Für die Güte der Bohnen
des arabischen Kaffeebaumes ist entscheidend, daß das Land nicht zu nahe dem
Meeresspiegel liege; im Gegensatz zu ihm ist der l i b e r i s ch e Kaffeebaum, der zumeist
an der Westküste Afrikas gezogen wird, eine Pflanze des Tieflandes.
Die Kultur des Kaffees fordert viel Arbeit; denn in der Zone tropischer Regen
soll der Boden möglichst rein von Unkraut sein, und da nicht alle Bohnen zu gleicher
Zeit reif werden, muß wiederholt geerntet werden.
Das wichtigste Land für den Bau des Kaffees ist Brasilien, denn dieses
liefert fast % der gesamten Kaffeemenge, die produziert wird. Das Hauptgebiet der
Produktion sind die beiden Küstenprovinzen Rio de Janeiro mit dem Hinterlande
Minas-Geraes und Süo Paolo (Hafen Santos). Von dem Werte der Warenausfuhr
Venezuelas (Hafenplätze Maracaibo, La Guayra, Puörto - Cabello rc.) und
K o l u m b i a s (Hafen Savonilla) entfällt der stärkste Anteil auf Kaffee. Relativ
bedeutend ist der Kaffeebau an der Westküste Zentralamerikas; allen voran
ist jetzt Guatemala, dann folgen C o st a r i c a und S. Salvador; auch in
Mexiko steigt andauernd die Produktion des Kaffees. In Westindien sind hervorzuheben
die Republik Haiti, Portorico und Jamaika.
Das zweite große Gebiet der Kaffeeproduktion liegt im Südosten Asiens. An
der Spitze steht Java, an dieses reihen sich Sumatra, Celebes und Bali.
Weniger bedeutend ist der Kaffeebau auf den Philippinen; auf Ceylon ist
er durch die Ilemileiu vustutrix fast vernichtet, und auch in Britisch-Jndien
ist ein Rückgang bemerkbar.
Dagegen sind die Mengen, welche von dem bei den Orientalen so hoch geschätzten
Mokkakaffee sowie aus dem Arabien benachbarten Teile Afrikas in den Handel
*) In Sonndorfer-Ottel, Die Technik des Welthandels. 4. Aufl. 2. Bd. Wien
und Leipzig, Alfred Holder, 1912 behandelt O t t e l auf S. 80—87 die europäischen Kaffeemärkte.
— G. M.
Mollar, Volkswirtschaftliches Quellenbuch. 4. Aufl.
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