Full text : Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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12.  Alfred  Krupp.

Heines  Vermögen  an  die  Ausführung  einer  einzigen  Idee,  als  daß  er  aus  Geldrückau
 f  solche  technische  Versuche  verzichtete.  Noch  in  späteren  Lebensjahren
zahlte  er  gerne,  wie  er  beinahe  fein  Hab  und  Gut  geopfert,  um  eine  Walze  zu
onstrineren,  und  wie  er,  als  ihm  dieselbe  entzweibrach,  dennoch  nicht  verzweifelte,
°n  e ™'  tn  der  festen  Überzeugung  von  der  Richtigkeit  seiner  Idee,  nach  der  Ursache
es  »Konstruktionsfehlers"  forschte  und,  nachdem  er  ihn  gefunden,  rüstig  wieder  von
sl nfmg.  Als  dann  aus  solchen  Versuchen  glücklich  seine  erste  Erfindung,  die
osselwalze,  hervorging,  fühlte  er  wieder  sicheren  Boden  unter  seinen  Füßen.
n  ” ru PP s  geselligem  Verkehr  vollzog  sich  bereits  nach  den  ersten  großen  Tripyen
  der  Gußstahlfabrik  eine  gewisse  Wandlung.  Hatte  er  bis  zu  seiner  Ver-|.
 a  ,  i ln  ^en  besseren  Kreisen  seiner  Vaterstadt,  wo  er  durch  seinen  Humor  und
en ** en .  Äußerungen  ein  gerne  gesehener  Gast  war,  sich  regelmäßig  bewegt,
L  v^ete  er  seitdem  auf  diese  ihm  lieb  gewordene  Gewohnheit  allmählich  fast  ganz
erzicht.  Die  Gründe  dafür  lagen  auf  der  Hand.  Sie  erklären  auch  hinreichend
g  nug  die  Beharrlichkeit,  mit  der  Krupp  allen  Versuchen,  die  namentlich  noch  in  seinen
Ipa  eren  Lebensjahren  gemacht  wurden,  um  ihn  in  das  politische  Treiben  hereinzuar
  ü  '  ^^egentrat.  Waren  die  geschäftlichen  Aufgaben,  die  er  sich  gestellt,  doch  so
vielseitige,  daß  er,  wenn  er  daneben  auch  noch  seiner  Familie  gegenüber
als  r-I  . en  des  Gatten  und  Vaters  erfüllen  wollte,  gar  keine  andere  Wahl  hatte,
di-  E  der  Geselligkeit  zu  begnügen,  welche  der  Kreis  seiner  Angehörigen  und
wurden  ^  ** er  ®8fte  bot,  die  durch  die  Anziehungskraft  der  Fabrik  herbeigeführt
niwt  0^^  wohl  keinen  Besucher,  auf  den  die  Erscheinung  des  Essener  Fabrikherrn
und  / , ° n  Dorne  herein  einen  gewaltigen  Eindruck  gemacht  hätte.  „Dies  muß  er  sein
film  müderer",  so  sagte  sich  jeder,  der  beim  ersten  Eintritt  in  den  von  Gästen  gel
  ^  ®°Ion  Alfred  Krupp  erblickte.  Von  Auge  zu  Auge  trat  dem  Besucher  hier
M»  jT  .?  gegenüber,  dessen  Gußstahl  an  Vortresflichkeit  denjenigen  jedes  anderen
i^  überragte,  dessen  Fabrikerzeugnisse  wegen  der  Exaktheit  und  Vollendung
^.Ausführung  über  den  ganzen  Erdkreis  gesucht  und  verbreitet  waren  und  so
den  " er ^ m  Preis"  errungen  hatten,  dessen  Kanonen  die  wirksamste  Waffe  in
st  Kriegen  der  Neuzeit  gewesen,  und  welche  immer  noch,  trotz  aller  An-Taa
  ^ n ® en  girier  eifrigen  Wettbewerber  im  In-  und  Auslande,  bis  auf  den  heutigen
in  des  oonoonrs"  geblieben  waren:  der  Schöpfer  einer  Welt  der  Technik,
der  D  d  Kleinste,  wie  von  einer  unsichtbaren  Hand  geleitet,  in  staunenerregen-.
  ^"g  sich  von  selbst  dem  Ganzen  fügte.  Das  war  der  deutsche  Ingenieur,
der  6 * ne .  großen  englischen  Vorbilder,  in  seiner  Jugend  kaum  die  Grundlagen
halb  n"ung  sich  angeeignet  hatte,  um  doch  in  wenigen  Jahrzehnten  nicht  nur  inner-Stelt
  065  .^Ases  seiner  Berufsgenossen,  sondern  aller  seiner  Landsleute  zu  einer
d-i-  ra 1 ?  ^  emporzuschwingen,  welche  so  hervorragend  und  einzigartig  erschien  wie
^ußstahl  der  Kruppschen  Fabrik  selbst.
Freib  •  5  *? ar  ibner  selbstbewußte  Vertreter  des  Bürgeradels,  welcher  in  seinem
^b„si^bgefühle  es  verschmäht  hatte,  durch  die  Annahme  der  ihm  angebotenen  Ergebe^^
  * n  ^ en  Adelstand  seinen  bürgerlichen  Namen  mit  einem  anderen  Glanze  umeritft*
 1  °^ 5  ber  war,  welcher  aus  der  eigenen  Tatkraft  und  Tüchtigkeit
I  ammte,  in  ihnen  seine  fortwährende  Erneuerung  fand.
d  Alfred  Krupp  war  von  einer  gewinnenden  Liebenswürdigkeit.  Unzertrennlich
Auf  °h  6r  siEit  jene  Bescheidenheit,  welche  ein  Kennzeichen  alles  tiefen  Wissens  ist.
amt  Ie ° ertncmn  machte  sein  Wesen  einen  geradezu  hinreißenden  Eindruck.  Seinen  Beibn
  en  "sisi  Arbeitern  trat  er  stets  als  ein  väterlicher  Freund  gegenüber.  Er  war
Kr>^  " e .* n  9 uter '  edler,  lieber  Herr",  wie  Herr  Iencke  so  treffend  am  Grabe  Alfred
pps  ihn  kennzeichnete.  Das  schloß  freilich  nicht  aus,  daß  er  von  jedermann  seiner
            
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