4. Der 16. September 1830.
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Statt dessen trat die schnellfahrende Lokomotive und die durch sie bedingte Gestalt
der modernen Eisenbahn in das Leben wie ein junger Fürst, unter Kanonendonner
und Glockengeläute und dem jubelnden Zurufe einer begeisterten Menge, in
der jeder ein Stückchen Vaterstolz auf die glänzende Erscheinung im Herzen trug, die
so ganz ausschließlich das Kind seines Vaterlandes war.
Wie keine andere, ihre Zwillingsschwester, die feststehende Dampfmaschine
Watts ausgenommen, ist sie, als eine neue Minerva, fertig aus einem Haupte
auf die Erde getreten, von Geburt an gerüstet mit allen Attributen ihrer zukünftigen
Macht.
Dank dem Genie des Vertrauens, mit dem der reiche Begründer und Leiter der
Stockton- und Darlington-Bahn, Joseph Pease, dem armen ungelehrten Killingworth-Maschinenwärter,
Georg Stephenson, die Schöpfung der Bahn in
allen Teilen überließ, wurde sie die Brutstätte für fast sämtliche Ideen des modernen
Eisenbahnwesens, die in ihrer mächtigen Nachfolgerin, der Liverpool- und Manchester-Bahn,
zur vollen Reife gelangten.
Es ist bekannt, welche zahllosen, zum großen Teil absurden Einwürfe gegen
die Adoptierung des Lokomotivbetriebes auf der Liverpool-Manchester-Bahn in der
Publizistik Englands und in sehr vielen an das Parlament gerichteten Eingaben erhoben
wurden. Die Agitation wurde durch die in ihrer Existenz zumeist bedrohte,
reiche und mächtige Bridgewater-Kanal-Gesellschaft immer aufs neue angefacht.
Sollten doch nicht allein Häuser und Ernten und Wälder in fortwährender Feuersgefahr
stehen, sondern es wurde behauptet, durch die vergiftete Luft, aus der die
Vögel tot herabfallen würden, müßten die Kühe die Milch verlieren, die Pferdezucht
werde verkommen, das Getreide und Viehfutter schädliche Beimischungen erhalten
und, was dem Herzen der Engländer am nächsten ging, der Iagdsport werde
durch Aussterben und Verscheuchen der Hasen, Rehe, Hühner, Fasanen und vornehmlich
der Füchse unheilbar geschädigt werden. Abgesehen davon, daß das Leben
der Reisenden auf der Bahn ununterbrochen aufs äußerste gefährdet sein müsse.
Besonders der große Grundbesitz widersetzte sich der Vornahme der Vorarbeiten, zum
Teil, wie die Lords S e f t o n und C o n w a y , mit gewaffneter Hand.
Nicht die unbedeutendste Schwierigkeit für die Durchdringung der Bill wurde
durch die Unbehülflichkeit Stephensons in der öffentlichen Rede herbeigeführt.
Bei seiner Kreuzbefragung vor dem Komitee des Parlaments über seine Pläne erregte
sein schwerfälliger Northumberland-Dialekt oft die Heiterkeit der edlen Lords,
und fein später so berühmt gewordener, für das praktische Genie so bezeichnender,
mehrfach wiederholter Ausruf: „Ich kann's nicht sagen, aber ich werde es machen!"
wurde mit spöttischem Kopfschütteln aufgenommen. Es erinnert dies an das zornige
Wort des zur mündlichen Schilderung eines Bildes aufgeforderten Tizian: „So
sprechen Maler!", mit dem er eine Skizze des Bildes auf die Wand warf.
Das Resümee des Berichterstatters im Parlamentskomitee, des berühmten
Rechtsgelehrten A l d e r f o n, war eine Reihe von Verhöhnungen der Pläne des
alten Killingworth-Mafchinisten.
Trotzdem ging, dank dem praktischen Sinn der Vertreter des englischen Volks,
die Bill durch, aber nur mit einer Majorität von einer einzigen
Stimme-Für
die Werbung um den von der Liverpool-Manchester-Bahn ausgesetzten
Preis wurden bekanntlich vier Lokomotiven angemeldet: die „Novelty“ von Braithwaite
und Ericsson; der „Sunspureil" von Timothy Hackworth;
die „Rerseverunce" von B u r st a l l und der „Rocket" von Georg Stephenson.
Als unbestrittener Sieger ging Stephensons „Rockel", in allen wefent-