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teilung in der Einzelfamilie, sondern umgekehrt: die Einteilung
der Produktivkräfte in der Familie hängt von ihrer Verteilung in
der Gesellschaft ab. Das Prinzip der Einteilung der Produktiv
kräfte bleibt indes immer dasselbe: die Gesellschaft verwendet
ihre Arbeitskraft auf die Produktion einzelner Gegenstände ent
sprechend der Dringlichkeit des Bedürfnisses nach ihnen. Nur
in der kapitalistischen Gesellschaft treten an Stelle des Arbeits
aufwandes die Produktionskosten, die mit dem Arbeitsaufwand
nicht ganz identisch sind.
Jeder trägt seine Ware dorthin, wo Nachfrage danach vor
handen ist. Diese wird durch die Gesamtheit der gesellschaft
lichen Bedürfnisse bestimmt. Indes fällt das Bedürfnis keines
wegs immer mit der Möglichkeit zusammen, sich die notwen
digen Waren zu verschaffen. Diese Möglichkeit wird durch die
Menge der Erzeugnisse der eigenen Wirtschaft bedingt. Aber
jeder wird selbstverständlich seine Erzeugnisse vor allem gegen
solche austauschen, deren er besonders dringend bedarf. Folg
lich werden auch in einer Tauschwirtschaft die Bedürfnisse nach
dem oben angeführten Schema befriedigt. Der Grad der Be
friedigung hängt hier allerdings von der Kaufkraft der ein
zelnen Wirtschaft ab, da die Gegenstände, die in der eigenen
Wirtschaft nicht produziert werden, auf dem Markte gekauft
werden können. Aber die Kaufkraft jeder Wirtschaft ist doch
durch deren Produktivkraft begrenzt, ebenso wie die Produktiv
kräfte der Gesellschaft überhaupt.
Das Schema des Verbrauches durch Wirtschaften, die ganz
beschränkte Kaufkraft besitzen, wird sich so gestalten (wir
brauchen die obigen Bezeichnungen): Wenn zur Deckung der
Bedürfnisse eines jeden Grades 50 Mark notwendig sind und die
Wirtschaft 500 Mark jährlich darauf verwenden kann, so werden
die Bedürfnisse in folgender Reihenfolge befriedigt:
I II
10 9
8 6
5
III
7
5
IV
5
V
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