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Der Interventionismus an den Universitäten
Staat als Förderer des Fortschritts. Die wirtschaftliche Tätigkeit
kann der Staat fördern: 1. indem er ergänzend neben die
Privatinitiative tritt, entweder dort, wo diese sich nicht hingewagt
hätte (Ausbau von Verkehrswegen, Schaffung langfristiger
Kreditinstitute usw.), oder in Industriezweigen, welche
sich ihrer Natur nach zum Monopol eignen (Post und Telegraph,
Tabakindustrie usw.) 1 ); 2. indem er die Privatinitiative direkt
unterstützt (durch Unterricht, Ausstellungen, Prämien verteil ungen,
Steuerbegünstigungen, Bestellungen für öffentliche Dienstzweige,
Zollschutz usw.); 3. indem er die privaten Betriebe durch Arbeiterschutzgesetze
usw. reglementiert 2 ).
Folgerichtig ist es, wenn Dauwes das Maß der Staatsintervention
abhängig macht von den in einer bestimmten
Epoche bei einem bestimmten Volke vorhandenen Bedürfnissen
in dieser Richtung. 1893 erschien ihm noch die obligatorische,
staatliche Arbeiterversicherung nicht für Frankreich geboten.
Auch heute noch bleibt er sehr zurückhaltend in dieser Frage.
Darum ist er jedoch nicht weniger Anhänger eines progressiven
Interventionismus. „Die Rolle des Staates,“ schreibt er, „wächst
mit steigender Kultur, denn dem intensivern Leben müssen
stärkere und zahlreichere Organe entsprechen“ 3 ).
Neben die Idee von „dem nationalen System der politischen
Ökonomie“ tritt grundlegend bei Cauwès die Überzeugung
von der engen Zusammengehörigkeit von Rechts- und Wirtschaftswissenschaft.
Er hat die rechtsgeschichtliche Entwicklung beständig
mindestens so sehr vor Augen als die wirtschaftskeit,
um über die Beobachtung der Gesetze zu wachen; Rechtspflege zur Schlichtung
von Streitigkeiten zwischen Privaten; präventive und repressive Polizei.
Ergänzend treten hierzu: ein Strafsystem zur Gewährleistung der Sicherheit im
Innern; eine Armee zur Gewährleistung der Sicherheit nach außen; diplomatische
Vertretung im Ausland ; endlich das öffentliche Finanzwesen. Cauwès
loe. cit. p. 189.
') Mit Michel Chevalier (Cours d’économie politique, Bd. I, 4. Vorlesung)
ist Cauwès der Ansicht, daß Staatsbetriebe keineswegs teurer wirtschaften als
private. Ja, er stellt den Betrieb des französischen Tabakmonopols, der Münze
usw. geradezu als Muster für Privatbetriebe hin. Er meint auch, die Privatindustrie
würde wahrscheinlich keine so künstlerisch vollendeten Waren liefern,
wie die Gobelins- und Porzellanmanufakturen des französischen Staates, da jene
die Herstellung von Massenprodukten einträglicher fände. loc. cit. p. 197.
a ) ibid. p. 261 ff.
3 ) ibid.