Die „positive“ Grundlegung der Nationalökonomie
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bestimmung der Arbeitsteilung voraus, die normale und pathologische
Wirkungen derselben unterscheidet.
Die natürliche, normale Funktion der Arbeitsteilung ist
nach Durkheim nicht eine volkswirtschaftliche; deren bemerkenswerteste
Wirkung ist nicht, die Leistung der geteilten
Verrichtungen zu vergrößern, sondern eine (Arbeits)gemeinschaft
zwischen diesen zu erzeugen, ein Gefühl der Solidarität in den
an ihnen beteiligten Personen zu wecken. Durkheim veranschaulicht
dies an dem Beispiel der ehelichen Gemeinschaft,
die der sexuellen Arbeitsteilung ihr Entstehen verdankt. Es
ist nun eine evidente Tatsache — das können wir zugeben —,
daß die Arbeitsteilung in der heutigen Gesellschaft sehr entwickelt
ist und eine weit verzweigte Solidarität erzeugt. Diese
Solidarität, die aus der Arbeitsteilung fließt, ist aber von besonderer
Art. Durkheim unterscheidet nämlich (zunächst)
zwei Arten von Solidarität: 1. jene, welche aus Ähnlichkeiten
folgt; 2. jene, welche ihre Quelle in Unähnlichkeiten hat; letztere
identifiziert sich mit der Solidarität, die aus der Arbeitsteilung
entspringt 1 ).
Die Solidarität aus Ähnlichkeiten ist die der primitiven
Gesellschaften; in der menschlichen Gruppe, die sich sorgfältig
nach außen abschließt, ist die physische und psychische Ähnlichkeit
der Individuen eine große. Das Individuum inkarniert den
Gattungstypus seiner Rasse und seiner Gruppe. Die wirtschaftlichen
Einrichtungen sind dem Kommunismus nahe; gemeinsame
Anschauungen erzeugen eine Moral, die allen das gleiche
Ideal zu verwirklichen gebietet, und die aus Regeln besteht,
welche von allen unterschiedslos geübt werden. Diese allgemeine,
einförmige Praxis verleiht jenen Regeln eine übermenschliche
religiöse Autorität, die sie der Diskussion mehr oder
weniger entrückt. In den Gesellschaften, wo die Solidarität aus
Ähnlichkeiten stark entwickelt ist, gehört das Individuum sich
nicht an; die persönlichen Rechte sind noch nicht von den
dinglichen unterschieden. Wegen der Analogie, welche jene
Solidarität mit der Kohäsion der Molekülen in den leblosen
Körpern bietet, bezeichnet Durkheim sie als mechanische.
b Ibid. p. 19 ff., p. 99.