Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

62  Die  liberale  Schule  —  Geschichtlicher  Überblick

übrigens  Deduktion  und  Induktion  vereint  in  Anspruch  nimmt,
aber  mit  Courcelle-Seneuil  betont,  das  deduktive  Verfahren
sei  das  sicherere  ’).
Wir  könnten  diese  Blutenlese  aus  Block  noch  um  manch
unterhaltendes  Stück  bereichern;  doch  wird  das  obige  wohl
genügen,  uns  über  den  Mann  und  seine  Lehren  zu  orientieren.
Wir  gehen  nunmehr  zur  Schilderung  der  Gegenwart  über.
Die  bisherige  Übersicht  hat  uns  mit  den  Männern  der  liberalen
Schule  Frankreichs  bekannt  gemacht,  die  im  Laufe  der  Zeit
am  meisten  hervortraten.  Wir  dürfen  aber  nicht  aus  dem
Auge  verlieren,  daß  hinter  diesen  Männern  jeweils  das  Gros
der  (  Schule  stand.  Für  die  Zeit  vor  1848  haben  wir  uns
darunter  einige  Dutzende,  für  die  zweite  Hälfte  des  XIX.  Jahrhunderts ­
  jeweils  einige  Hunderte  vorzustellen.  Dieses  Gros  nahm
durchweg  einen  sehr  orthodoxen  Standpunkt  ein.  Es  hat  gewiß ­
  darunter  noch  manche,  nicht  unbedeutende  Männer  gegeben ­
  :  so  Charles  Comte,  Courtois,  VHier  me',  die  Zeitgenossen
J.  B.  Says  oder  Bastiats;  den  Statistiker  Moreau  de  Jonnès,
den  Diplomaten  und  Agrarpolitiker  Léonce  de  Lavergne,  den
Philosophen  A.  Clément,  den  Finanz  Wissenschaftler  Vuitry,  den
Krisentheoretiker  Juglar  und  viele  andere.  Eine  ausführliche
Geschichte  der  liberalen  Schule  Frankreichs  müßte  natürlich
auch  diese  Männer,  sowie  die  Philosophen,  Historiker,  Staatsmänner ­
  usw.,  welche  sich  gelegentlich  mit  wirtschaftlichen
Fragen  im  Sinne  der  liberalen  Schule  beschäftigt  haben  (Guizot,
Moté,  Talleyrand,  d’  Audi  ff  ret,  Bonnet,  Jules  Simon  ,  Germain  usw.),
berücksichtigen.  Hier  aber  galt  es  lediglich  durch  Herausheben
der  hauptsächlichsten  Züge  des  historischen  Werdeganges  der
liberalen  Schule  Frankreichs  eine  solide  Grundlage  für  dasjenige ­
  zu  schaffen,  worauf  es  in  erster  Linie  ankommt:  das
Verständnis  der  gegenwärtigen  Lage  der  Schule.

0  ibid.  p.  19.
            
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