Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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hafen  in  Hameln  weitergab,  seit  1877  nur  noch  Präsident  Peters
und  Wittekind 1 )  in  Fahrt  behielt,  und  stellte  die  Fulda  auf  der
ünterweser  ein.  Die  Hamelner  Gesellschaft  liquidierte  1876  und
wurde  durch  die  Neue  Weser-Dampfschiffahrts-Gesellschaft  zu  Hameln
ersetzt,  die  seit  1877  den  neuen  Personendampfer  Fürst  Bismarck
zuerst  mit  den  alten  Dampfern,  dann  allein  laufen  liefs 2 ).  1877  kam
wieder  eine  neue  Schleppschiffahrts  -  Gesellschaft  hinzu,  die  von
Theodor  Rocholl  jun.  und  H.  Bachmann  in  Bremen  und  von
P.  W.  Meyer  in  Hameln  begründete  Oberweserschleppdampfschiffahrtsgesellschaft ­
  Th.  Rocholl  &  Co.  in  Bremen,  die  mit  drei
Schiffen,  Christiane,  Deutschland  und  Hannover,  einen  durchgehenden
Schleppdienst  durch  die  inzwischen  erweiterte  Hamelner  Schleuse
bis  Hannoversch-Münden  eröffnete  und  damit  den  Pferdezug
auf  der  Oberweser  beseitigte 3 ).  1886  vereinigten  sich  diese  und
die  ältere  Mindener  Gesellschaft  auf  Betreiben  der  beteiligten  Bremer-Kreise
  unter  dem  Vorsitz  von  Christoph  Papendieck  und  unter  Georg
Rolff  jun.  als  Vorstand  zu  der  Bremer  Schleppschiffahrtsgesellschaft,
um  so  auf  der  Oberweser  eine  einheitliche  Reiheschleppschiffahrt
mit  Einhalten  regelmäfsiger  Lieferfristen,  für  die  auch  kurz  vorher
mehrere  Kombinierungen  zwischen  Gesellschaften,  Schiffsmaklern
und  Schiffern  versucht  worden  sind,  zu  ermöglichen.  Die  Bremer
Schleppschiffahrtsgesellschaft  übernahm  die  vorhandenen  fünf  Dampfer
und  gab  sofort  zwei  neue  Schlepper  und  18  eiserne  Kähne  in  Bau,  nach
deren  Lieferung  sie  in  der  Lage  war,  nicht  nur  die  Schleppkraft  herzugeben, ­
  sondern  die  Güterbeförderung  selbst  zu  übernehmen.  Zuerst  war
damals  F.  W.  Meyer  in  Hameln  mit  dem  Bau  eiserner  300  tons-Kähne
  vorgegangen,  da  die  alten  hölzernen  Schiffe  die  Eisenbahnkonkurrenz ­
  nicht  bestehen  konnten 4 ).  1893  wurde  in  Minden  eine
neue  Gesellschaft  gegründet,  die  sich  zunächst  das  Schleppen  der
noch  vorhandenen  Privatschiffe  zum  Ziel  setzte,  aber  bald  auch  zum
Eigenbetrieb  überging,  die  Mindener  Schleppschiffahrts-Gesellschaft.
!)  Das  schon  1844  als  das  stärkste  Schiff  der  Gesellschaft  bezeichnete
englische  Boot  Wittekind  ist  noch  von  der  Bremer  Schleppschiffahrtsgesellschaft
1886  übernommen  und  von  dieser  1892  verkauft  worden.  Verwaltungsberichte
der  Weserdampfschleppschiffahrts-Aktiengesellschaft  zu  Minden,  der  Bremer
Schleppschiffahrtsgesellschaft;  Jahresberichte  der  Handelskammer  von  Minden
1872—1893.
2 )  Jahresber.  d.  Hdlsk.  v.  Minden  für  1872,  S.  14,  1873,  S,  66,  1874,
S.  29,  1876,8.56,102,  1877,8.44,104,  1878,8.67,  1880,8.36,  1881,8.37;
Jahresber.  d.  Handelskammer  zu  Hannover  für  1876,  1877;  u.  a.
3 )  Am  22.  Juni  1878  ist  der  erste  Dampfer  Deutschland  nach  Münden
gekommen,  W.  L  o  t  z  e,  Geschichte  der  Stadt  Münden,  1878,  8.  242.
4 )  Thilo  Hampke,  8.  17—19,  28  ff.;  Jb.  d.  Hdlsk.  i.  Brem.  f.  1886,  8.25.
            
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