Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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forderungen  und  Hinweisen  verwertet 1 ).  Die  Verbindung  der
französischen  Ströme  mit  der  Ostsee,  wie  die  Formulierung  in  den
Proklamationen  bei  der  Annektierung  der  deutschen  Nordseeküsten
lautete,  war  Dekoration,  aber  nicht  blofse  Phrase 2 ),  da  Napoleon
die  leistungsfähigen  Verbindungen  brauchte  und  der  Plan  für
Frankreich  nichts  Außergewöhnliches  hatte 3 ).  Die  westfälische
Regierung  projektierte  von  der  Fulda  nach  dem  Main  und  zog  auch
eine  Verbindung  mit  der  Lahn  in  Frage 4 ).  Die  Route  war  für  eine
’)  (v.  Hormayr),  Fragmente,  II.  Abt.,  1841,  S.  19.
2 )  Vgl.  Anm.  3 )  und  *)  auf  Seite  130  bis  133.
3 )  Es  ist  bekannt,  in  welcher  Weise  die  französischen  Könige  seit  dem
Ende  des  siebzehnten  Jahrhunderts  an  einem  grofszügigen  Wege-  und  Kanalnetz
z.  T.  unter  schweren  Härten  wegen  der  veralteten  corvee  arbeiteten.  In
der  Zeit  des  napoleonischen  Kaiserreichs,  1804—-1812,  sind  nach  den  offiziellen
Angaben  des  Ministers  des  Innern  im  Corps  Legislatif  für:  canaux,  navigation
et  dessechement  123  Millionen,  ports  maritimes  117  Millionen,  grandes  routes,
chaussees  etc.  277  Millionen,  ponts  ä  Paris  et  departements  31,  fortiflcations
144  Millionen  Frcs.  ausgegeben  worden  (Las  Gases,  Memorial  de  Sainte-Helene,
  tom.  VII.,  Paris  1823,  p.  89.)  Nach  einer  andern  Angabe  wurden  für
die  in  den  Jahren  1803—1816  ausgebauten,  namentlich  aufgeführten  Kanäle
Altfrankreichs  79  Millionen  Frcs.  aufgewandt,  (s.  D.Reinhold  und  J.  Oltmanns,
Der  deutsche  Handelskanal,  Bremen  und  Leer  1817,  S.  8  und  9),  Den  1810  in  Aussicht ­
  genommenen  Küstenkanal  schätzte  man  damals  zunächst  auf  15  bis  20
Millionen  Frcs.  (Ser  viferes,  L’Allemagne  frangaise,  Paris  1904,  p.  469).
*)  Akten  des  Bremer  Staatsarchivs;  D.  Reinho  1  d  und  J.  Oltmanns,
Der  deutsche  Handelskanal,  1817,  S.  124  ff.  Für  die  Franzosen  kamen
Schwalm,  Eder  und  Lahn  in  Betracht.  Der  ältere  deutsche  Plan  Landgraf
Karls  von  Hessen  wollte  zunächst  den  Mündener  Stapel  von  'der  Diemel
her  nach  Kassel  umgehen  und  eventuell  auch  nach  der  Lahn  über  Eder  und  Schwalm
anschliefsen.  Mit  dem  Kanal  von  seiner  neugegründeten  Stadt  Karlshafen  nach
Kassel  begann  er  auch,  es  wurde  bis  zum  Tode  des  Landgrafen  1729  daran
gearbeitet  [s.  Ernst  Gerl  and,  Über  die  Kanal-Projekte  und  Anlagen  des
Landgrafen  Carl  von  Hessen,  in  der  Zeitschrift  des  Vereins  für  hess.  Geschichte
und  Landeskunde,  N  F.,  IX.  Bd.,  1882,  S.  348  ff.;  G(eorg)  L(andau),
Gesoh.  Überbl.  der  Baut  u.  Projekte  zur  Schiffb.  der  hess.  Flüsse,  im
Hessischen  Volksblatt,  Jahrg.  1843/44,  Nr.  16,  S.  68,  Nr,  17,  S.  71],  Eine
Prüfung  der  Fulda-Main-Route  haben  der  französische  Ingenieur  Ledere  und
der  hessische  Baudirektor  Rudolph  vorgenommen.  Aufserdem  wird  der  aus
preufsisohem  Dienst  kommende  Landbaumeister  Funk  aus  Minden  genannt.  Befehl
zur  Untersuchung  dieser  Route  ist  angeblich  1810  aus  Paris  gekommen.  Baudirektor ­
  Rudolph  beklagte  sich  1824  Senator  F.  W.  Heineken  gegenüber  über
die  schlechte  Erhaltung  der  westfälischen  Akten,  die  der  verstorbene  Kurfürst
einfach  in  einen  Raum  werfen  und  den  preufsischen  und  hannoverschen
Kommissaren  ohne  Kontrolle  zur  Aussonderung  überlassen  habe.  Man  suchte
1823  sogar  Pläne  bei  der  Witwe  Funk  in  Herford  (Bremer  Staatsarchiv).
Wiebeking  (i.  f.)  hat  seine  Detailzeiohnungen  nach  Kassel  abgeliefert.  Vgl.  a.
Gottfried  Zöpfl,  Mittelländische  Verkehrsprojekte,  Berlin  1895,  S.  61,  97,
der  von  einem  Donau-Kinzig-Projekt  spricht.
            
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