Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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die  ünterelbe,  dann  die  ünterweser  in  Betracht  gezogen.  An  der
ünterweser  wurde  ein  Seitenkanal  projektiert 1 ).
1817  wurden  von  dem  an  den  Fuldaarbeiten  beteiligten  Ingenieur
Reinhold 2 ),  der  in  hannoverschen  Dienst  als  Bauinspektor  übergetreten ­
  war,  zusammen  mit  dem  Professor  Oltmanns  die  westfälischfranzösischen ­
  Wasserstrafsenpläne  noch  einmal  in  einer  in  Bremen
und  Leer  erschienenen  Schrift  rekapituliert  und  ein  deutscher  Handelskanal, ­
  der  sie  umfafst,  als  das  schönste  Denkmal  der  neuerstandenen
Freiheit  hingestellt. 2 )
In  Bremen  hatte  man  bereits  1806  Pläne  zu  einem  Seitenkanal
der  Weser,  die  auch  1817  nach  der  französischen  Zeit  weiter
des  bayrischen  Wasser-  nnd  Strafsenbauwesens  Wiebeking,  der  für  diesen  Zweck
von  Bayern  beurlaubt  wurde,  nachdem  er  bereits  im  Jahre  1807,  gleich  nach
Erwerbung  der  fränkischen  Gebiete,  im  Aufträge  des  Ministers  Montgelas  die
Verbindung  zwischen  Main  und  Donau  erstmalig  untersucht  hatte,  womit  das
ausgeführte  bayrische  Projekt  des  späteren  Ludwigskanals  begonnen  worden  ist.
[s.  Carl  Friedrich  v.  Wiebeking,  (Allgemeine  auf  Geschichte  und
Erfahrung  gegründete)  Theoretisch-praktische  Wasserbaukunst,  I.  Auf!.,  V.  Bd.,
München  (Darmstadt)  1807,  S.  144  ff.;  dasselbe  Buch  II.  Auf!.,  III.  Bd.,
(München)  Frankfurt  a.  M.  1814,  S.  155  ff.;  Reinhold  und  Oltmanns,
S.  36,  285.]  Der  westfälische  Plan  ging  auf  den  damaligen  Finanzminister
Ludwig  Hans  v.  Bülow,  den  preufsischen  Finanz-  und  Handelsminister  nach
den  Freiheitskriegen,  zurück.  Wiebeking  hat  sein  von  Juni  1808  ab  bearbeitetes
Aller-Elbeprojekt  in  der  1810  ff.  erschienenen  II.  Aufl.  seiner  Theoretischpraktischen
  Wasserbaukunst,  Bd.  III.,  S.  146  ff.,  zusammen  mit  einer
Kartierung  der  Routenführung  Tab.  128  des  Atlas,  und  ohne  diese  in  den  Vier
Büchern  von  dem  wissenswürdigsten  und  nützlichsten  der  Wasserbaukunde,
München  1833  ff.,  II.  Bd.,  S.  (XI  und)  156  ff.  veröffentlicht.  Der  Kanal  sollte
bei  Wolmirstedt  nach  Magdeburg  und  dem  Plauer  Kanal  gabeln  und  fünf  und
sechs  Fufs  unter  dem  niedrigsten  Wasser  angelegt  sein.  Vgl.  a.  n.  Senator
F.  W.  Heinekens  Notizen  1824  über  seine  Unterredung  mit  Quaetfaslem  in
Nienburg.  Brem,  St.-A.
‘)  S.  R.  Woltman,  Beyträge,  1835,  S.  223  ff.  zu  dem  Elbkriegshafen
in  Groden  bei  Ritzebüttel  oder  Krautsand.  Die  Ingenieurs  des  ponts  et
chaussees  und  die  Marine  waren  verschiedener  Meinung.  Als  der  hervorragendste
Marinedelegierte  wird  der  bekannte  holländisch-französische  Admiral  Graf
Carel  Henrik  Verhuel  genannt.  Der  Ingenieur  Romsard  wurde  mit  der  Ausarbeitung ­
  eines  Planes  für  einen  grofsen  Kriegs-  und  Handelshafen  an  der
alten  Geestereede,  der  für  den  östlichen  Teil  der  Nordsee  dasselbe  wie  Antwerpen
für  den  westlichen  werden  sollte,  beauftragt,  „Ce  sera  l’oeil  du  Nord“,  soll
Napoleon  gesagt  haben.  Hannovers  Seeschiffahrt,  I.  Heft,  Leer  1853,  S.  46  ff.;
Bremen  in  Noth,  eine  Denkschrift,  Bremen  1872,  S.  5;  u.  i.  f.
2 )  D.  Reinhold  u.  J.  Oltmanns,  Der  deutsche  Handelskanal  oder
die  schiffbare  Verbindung  der  deutschen  Meere,  Flüsse  und  Handelsstaaten,
nach  älteren  und  neueren  Vorschlägen,  das  nützlichste  und  würdigste  Denkmal
für  Deutschlands  wiedererrungene  Freiheit,  Bremen  und  Leer  1817,  S.  25,
26,  36  etc.
            
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