Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Neuerdings will auch Oldenburg wieder auf der Route Kampe— 
Dörpen an den Dortmund—Ems-Kanal anschliefsen. Da aber Emden 
seine durch den Dortmund—Ems-Kanal erlangte Stellung zu ver 
schlechtern und eine Schädigung des in den Emder Hafenanlagen 
investierten Kapitals befürchtet, so hat sich im preufsischen Ab 
geordnetenhaus sehr energischer Widerstand erhoben 1 ). 
Gegen die Verbindung mit der Elbe, für die in Braunschweig 
und Magdeburg Interessentengruppen Verhandlungen geführt haben, 
und der auch die Regierung weiter sympathisch gegenübersteht, 
protestiert die Stadt Hannover, die den Sackkanal für sich vorteil 
hafter hält, ebenso soll die Verbindung Bevergern—Oldenburg den 
von ihr angenommenen Rahmen überschreiten 1 ). 
Neuerdings ist auch wieder von einer Verbindung vom Nord 
ostseekanal nach Wilhelmshaven und Emden und von einer starken 
Befestigung der Emsmündung, wo die wichtigste Telegraphenlinie 
liegt, die Rede 2 ). 
Vgl a. Victor Kurs, Der Mittelland-Kanal begünstigt nicht die holländisch 
belgischen Seehäfen vor den deutschen, Sonderausgabe, Zeitschrift für Binnen 
schiffahrt, Berlin 1901; F e r v e r s, Das neue Wasserstrafsengesetz, Berlin 1905, 
S. 13 ff., 18 ff., Karte; Grenzboten. LXVI. Jg., S. 347 ff.; Jahresbericht der 
Mindener Handelskammer für 1906/07, S. 54; u, a. 
*) Zeitungsberichte. 
*) Den Gedanken eines strategischen Seekanals für die Kriegs 
flotte in der Linie Brunsbüttel-Wilhelmshafen-Emden zunächst der Küste 
bespricht Bismarck, Gedanken und Erinnerungen, II. Bd., 1898, S. 30, 31. 
Vgl. auch Victor Kurs, Bericht über den Entwurf eines Gesetzes, betreffend 
die Herstellung und den Ausbau von Kanälen und Flufsläufen, Berlin 1901. 
Es handelte sich bekanntlich bei dem Küstenkanal um zwei Probleme, einen 
Binnenschiffahrtskanal auf der Linie Hunte—Elsfleth—Stade zur Sicherung der 
Elbe gegen Westen, unter Zurückstellung des Weseraufschlusses und der internen 
direkten Ostwestverbindung, und den strategischen Seekanal in der Nähe der 
Watten. Eine Einbiegung nach der Unterweser in dem Rhein-Elbe-Küstenkanal 
bietet das Havestadt-Contagsche Projekt.
	        
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