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Die Fahrpostrouten des beigegebenen kleinen Kartons sind
nach zwei Karten von 1824 und 1829 eingetragen worden, 1 )
Es gingen damals von der Stadtpost auf dem Domshofe am
Stadthause einmal wöchentlich die Hamburger fahrende Post,
zweimal wöchentlich die Oldenburger fahrende Post ab, und kamen
ebenso wieder.
Alle übrigen fahrenden Posten gehörten zum Königl. Grofsbritannischen
und Hannoverschen Postamt an der Dechanatstrasse
Nr. 10. Es waren die Geller und die Braunschweiger, je zweimal
wöchentlich ankommend und abgehend; die Dorumer und Stader,
je zweimal wöchentlich; die hannoversche je viermal wöchentlich,
je zweimal mit Anschlufs nach Thüringen, Sachsen und Süddeutschland,
je zweimal mit Anschlufs nach dem Harz, dem läppischen,
Anhaitischen, Preufsen, Schlesien und Polen; die Hamburger
je einmal wöchentlich, so dafs also im ganzen je zweimal wöchentlich
Fahrverbindung war 2 ); und die Osnabrücker je zweimal wöchentlich.
Alle übrigen Posten waren blofse Briefposten, reitende Posten.
1) C. F. Weiland, Neueste Post-Charte von Teutschland und einem
Teile der angrenzenden Länder. Verlag des Geographischen Instituts, Weimar
1824, und Karte vom Preufsischen Staate und den angrenzenden Ländern,
herausgegeben von dem Königl. Lithographischen Institut des grofsen Generalstabes,
Berlin 1829. Interessant ist ein Vergleich mit der Perthes’schen Karte
a. a. 0. aus der Eisenbalmzeit, 1866. Zur heutigen Postgeographie ist hinzuweisen
auf die amtlichen Postleitkarten, bearbeitet im Knrsbureau des Reichspostamts,
Mafsstab 1:450000, (1 — 11), Verlag Berliner lithographisches Institut Julius
Moser, Berlin W, Zur Orientierung w. W. Ruhnstruck, Atlas der Postgeographie
in 33 Haupt- und 22 Nebenkarten (ausg. Dietrich Reimer, Berlin),
Lübeck (I. Äufl. 1899.) 1903; derselbe, Atlas der deutschen Postleitkarten,
Lübeck 1903; J. H. Wedemeyer, Postführer für Bremen, Bremen 1891;
Bremer Posthandbücher.
2 ) Zwischen Hamburg und Bremen fuhren später, als die Strafse über
die Insel Wilhelmsburg gebaut war, über diese und die Fähren täglich Schnelldroschken
(die sog. Nachtschnelldroschken, die abends an der Domshaide abfuhren
und morgens an der Petrikirche in Hamburg waren) und Omnibusse,
Diligencen mit fünfmaligem Pferdewechsel die 13'/i Meilen in 11 bis 12 Stunden.
[H. M ei ding er, Die deutschen Ströme, III. Abt., Leipzig 1864, S. 209; Wilhelm
Schröder, Humoresken (Reclams Univ.-Bibl.), I. Bd., S. 37 ff.; Bremen-Hamburg,
Bremen 1893, S. 1.] 1843 betrieb der Wart Schlöndorff am Neiaen
Markt 34 einen Omnibus ohne Relais nach Hannover, nur halben Weges
spannten die sich entgegenkommenden Wagen gegenseitig um (Bremer
Staatsarchiv.) Regelmäfsige Privatlohnfuhrverbindungon wurden nach dem
Postrecht in älterer Zeit nur an Nichtposttagen und gegen Bekognition gestattet.
Die Diligence nach Hamburg betrieb der Fuhrmann Wilhelm Neukirch jun.,
Kl. Weidesti'afse 1; Omnibusfuhrwerk hat auch noch auf den minder wichtigen
Routen nach Osnabrück, Oldenburg, Scharmbock und Stade bestanden; auch