Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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besser  situierten,  nicht  zum  Gros  der  Auswanderer  gehörenden,
benutzten. 1 )  Die  Fuhrleute  waren  bemüht,  die  Auswanderer  möglichst
bis  zum  Hafenplatz  bei  sich  zu  behalten,  statt  sie  an  den  Flugplätzen
abzugeben. 2 )  Es  gelang  Bremen  in  hohem  Mafse,  die  Beförderung
über  ausländische  Häfen,  für  die  der  Rhein  z.  B.  so  günstig  lag,
—  einen  ganz  besonders  starken  deutschen  Auswandererverkehr  hat
übrigens  auch  das  französische  Havre  entwickelt  —  zurückzudrängen.
Hamburg  begann  erst  viel  später  dem  Auswandererverkehr  Aufmerksamkeit ­
  zu  schenken  und  blieb  in  seinen  Zahlen  sehr  hinter
Bremen  zurück,  zudem  ging  über  Hamburg  ein  sehr  grofser  Teil  des
damals  bekämpften  indirekten  Verkehrs  über  England,  der  also  von
der  langsam  höher  werdenden  Ziffer  auch  noch  abzusetzen  ist.  Da
der  gröfste  Teil  der  deutschen  Auswanderung  nach  Nordamerika
ging,  wo  die  Bremer  Schiffe  eine  eigene  Kategorie  gegenüber  den
dutch  vessels  der  Holländer  und  übrigen  Deutschen  bildeten 3 ),  so
war  Bremen  auch  darum  ein  gegebener  Platz.  Dennoch  ist,  als  die
deutsche  Auswanderung  am  meisten  anschwoll,  der  gröfsere  Prozentsatz ­
  über  ausländische  Häfen  ausgewandert,  1846  stand  das  Verhältnis
wie  49:51,  stieg  dann  auf  38 8 :61 2 ,  um  erst  mit  dem  stärksten
Auswanderungsjahre  1853  die  Zahl  59 6  :  30 5  zu  gunsten  der  deutschen
Häfen  zu  erreichen. 4 )  Diese  deutsche  Auswanderung  ist  von  der
gröfsten  Wichtigkeit  für  Bremen  geworden.
Die  nordamerikanischen  Beziehungen  und  die  deutsche  Auswanderung ­
  brachten  neben  den  energischen  Männern,  die  in  Bremen
dafür  wirkten,  Bremen  in  dem  Wettlauf  der  Häfen  der  Nationen  von
Portugal  bis  Dänemark,  um  die  amerikanische  Schiffahrtssubvention
’)  Eine  interessante  Schilderung  der  Auswanderung  über  Bremen  in  der
Zeit  der  Segelschiffahrt;  Friedr.  Gerstäckers  Roman  Nach  Amerika;
eine  Schifferschilderung  (Carsten  Ed.  Eosenhagen),  Ut  mien  Fohrenstied,
Bremen  1906,  S.  35.  Gerstä  cker  ist  auch  mit  dem  Lloyd  herübergefahren,  über
den  er  sich  in  seiner  Reiseschilderung  Neue  Reisen  durch  die  Vereinigten  Staaten.
Mexiko,  Ecuador,  Westindien  und  Venezuela,  sehr  anerkennend  äufsert.
Darst.  d.  Lage  des  hamb.  Handels,  1839,  S.  7,  8,  64;  J.  G.  Kohl,  Skizzen,
a.  N.  u,  V.,  I.  T.,  S.  303  ff.  Vgl.  a.  Abteilung  U  des  Katalogs  der  Bibliothek
der  Handelskammer  zu  Bremen,  1903,  S.  181  ff.;  E.  F  i  t  g  e  r,  Entwicklung  der
Seeschiffahrt  1902,  S.  84;  M.  Lindeman,  inE.  v.  Philippovich,  Auswand.
u.  Auswpol.  in  Deutsohld.,  Sehr.  d.  V.  f.  Sozialp.  Bd.  LIL,  Leipz.  1892,  S,  417  ff.,
u.  a.;  v.  Philippovich  u,  L.  Bodio,  in  Conrads  Hdwb.,  II.  Bd.,  S.  61  ff.;
A.  Zimmermann,  inElstersWb.  d.  Volkswirtsch.,  I.  Bd.,  Jena  1898,  S.262;
Ber.  d.  Naohweis.-Bur.  f.  Ausw.  i.  Bremen,  1861—65;  z.  Reform  d.  Auswandererwes., ­
  Geestem.  1868;  Br.  Naohr,  28,  Juli  1907,  14.  Juli  1908  u.  a.
a )  Jahresberichte  der  Gesellschaft  der  Vereinigten  Weser  -  Dampfschiffahrts-Gesellschaft
  (Sammlung  der  Stadtbibliothek).
3 )  (v.  Hormayr),  Fragmente  L,  1840,  S.  23.
*)  Vgl.  zu  diesen  Ausführungen  die  Statistiken.

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