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w ir sind in unserer heutigen Wirtschaft an die Gliederung in
gröfsere Landkomplexe gewöhnt, die die engere gewöhnlich mit dem
nationalen Komplex zusammenfallende Austauscheinheit darstellen
und durch Zollinien abgegrenzt sind, wodurch das Verhältnis zum
Weltaustausch reguliert wird. Die Alten gliederten ihrer Wirtschaft
entsprechend, bei der der gröfste Teil des wirtschaftlichen Bedarfs
lokal erzeugt und verbraucht wurde, ein interlokaler und -regionaler
Austausch einer geringen allmählich steigenden Zahl von Produkten
aber stattfand, durch die Ausbildung des Bürger- und Bauern- und
des Stapelrechts.
Dem entsprechen Markt- und Strafsenzölle, als finanzielle Be
lastung wie auch gegebenenfalls durch geeignete Befreiung als
verkehrspolitische Mafsnahmen.
In der Zeit, als die dynastischen Kämpfe und Organisationen
nur ein wesentlich politisches Interesse beanspruchten, haben die
deutschen und italienischen Städte auf Grund dieser älteren Ver
hältnisse ein wirtschaftliches Übergewicht zu erlangen vermocht,
das allmählich erlosch, als die dynastisch zusammengeschlossenen
nationalen Länder wirtschaftlich zu funktionieren anfingen, während
die beiden Länder des alten Gedankens der üniversalmonarchie in
ihre ständischen Bestandteile sich auflösten. Natürlich ist die Ent
wicklung in den nationaldynastisch sich entwickelnden Ländern ebenso
wenig sprunghaft wie in den Ländern der alten üniversalmonarchie;
auch hier müssen die alten Formen allmählich ausgeschaltet oder
umgebildet werden, aber letzten Endes wächst das Moderne dem
einheitlichen ehemaligen obersten Lehnsverbande zu, während es bei
uns nur seiner Gröfse nach halbwegs geeigneten Verbänden gröfserer
Lehnsträger Zuwachsen kann.
Der Prozefs, der aus zunächst verschwindenden Anfängen
langsam einen neben dem europäischen Verkehr in Betracht kommenden
überseeischen Verkehr mit den neuen und alten aufsereuropäischen
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