Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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w ir sind in unserer heutigen Wirtschaft an die Gliederung in 
gröfsere Landkomplexe gewöhnt, die die engere gewöhnlich mit dem 
nationalen Komplex zusammenfallende Austauscheinheit darstellen 
und durch Zollinien abgegrenzt sind, wodurch das Verhältnis zum 
Weltaustausch reguliert wird. Die Alten gliederten ihrer Wirtschaft 
entsprechend, bei der der gröfste Teil des wirtschaftlichen Bedarfs 
lokal erzeugt und verbraucht wurde, ein interlokaler und -regionaler 
Austausch einer geringen allmählich steigenden Zahl von Produkten 
aber stattfand, durch die Ausbildung des Bürger- und Bauern- und 
des Stapelrechts. 
Dem entsprechen Markt- und Strafsenzölle, als finanzielle Be 
lastung wie auch gegebenenfalls durch geeignete Befreiung als 
verkehrspolitische Mafsnahmen. 
In der Zeit, als die dynastischen Kämpfe und Organisationen 
nur ein wesentlich politisches Interesse beanspruchten, haben die 
deutschen und italienischen Städte auf Grund dieser älteren Ver 
hältnisse ein wirtschaftliches Übergewicht zu erlangen vermocht, 
das allmählich erlosch, als die dynastisch zusammengeschlossenen 
nationalen Länder wirtschaftlich zu funktionieren anfingen, während 
die beiden Länder des alten Gedankens der üniversalmonarchie in 
ihre ständischen Bestandteile sich auflösten. Natürlich ist die Ent 
wicklung in den nationaldynastisch sich entwickelnden Ländern ebenso 
wenig sprunghaft wie in den Ländern der alten üniversalmonarchie; 
auch hier müssen die alten Formen allmählich ausgeschaltet oder 
umgebildet werden, aber letzten Endes wächst das Moderne dem 
einheitlichen ehemaligen obersten Lehnsverbande zu, während es bei 
uns nur seiner Gröfse nach halbwegs geeigneten Verbänden gröfserer 
Lehnsträger Zuwachsen kann. 
Der Prozefs, der aus zunächst verschwindenden Anfängen 
langsam einen neben dem europäischen Verkehr in Betracht kommenden 
überseeischen Verkehr mit den neuen und alten aufsereuropäischen 
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