Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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mit direktem Handel als Mittelpunkt wieder aufrichtete, gaben dem 
bremischen Handel im neunzehnten Jahrhunderte eine gewisse Ein 
seitigkeit, indem die grofsen nordamerikanischen Massenprodukte das 
Kückgrat des Geschäfts wurden, auch das Geschäft in den anderen 
Erdteilen, sobald diese für den deutschen Verkehr aufsuchbar wurden, 
beeinflufsten, indem das gleiche Produkt die Anknüpfung vermittelte. 
Die Spezialisierung tritt auf als Benutzung des jeweils gegebenen, 
um den Handel möglichst intensiv zu gestalten und wird auch zeit 
weise bewufst als solche angewandt, um Schäden des Hinterlandes 
zu paralysieren 1 ). Es waren die drei transatlantischen Artikel 
Tabak, Reis 8 ) und Baumwolle * 2 3 ), die noch heute das Haupt 
geschäft in Bremen bilden, und aufserdem Tran 4 * * * ), der nachher 
zurückging, aber durch das neue nordamerikanische Petroleum, 
für das Bremen lange Zeit der Hauptplatz war, ersetzt 
J ) Vgl. a. Duckwitz, Denkwürdigkeiten, S. 182. 
2 ) Reis kam als direkter Import in Bremer Schiffen zuerst aus Südkarolina 
in den Vereinigten Staaten nach Deutschland. Nach der Aufhebung der 
Navigationsakte begann das ostindische Reisgeschäft. S. Max Peters, 
II. Bd., S. 110. 
3 ) In den vierziger Jahren ist die bremische Einfuhr von Baumwolle 
sehr gering gegen die von Triest, Hamburg und Antwerpen, doch gelingt es 
dann sehr rasch, sie zu steigern und als Markt beachtet zu werden. S. dazu 
A. Soetbeer, Statistik des hamburgischen Handels 1842, 1843, 1844, 
Hamburg 1846, S. 155; Das Handels - System des Herrn Senator Duckwitz, 
Hamburg, 1848, S. 14; G. W. Öhlrich, Deutschland zur See, 1849, S. 122, 
147, u. i. f. 
ä ) Dazu ist auch die deutsche Walfischfängerei und Robbenschlägerei zu 
nennen, die an der Weser und Lesum bis 1873 zu Hause war. Vergl. 
M. Lindeman, Die arktische Fischerei der deutschen Seestädte 1620 — 1868, 
Petermanns Mitteilungen, Ergänzungsheft No, XXVI., Gotha 1869; Georg 
Sello, Oldenburgs Seeschiffahrt, 1906, S. 50 ff; Max Peters,!. Bd., 1899, 
S, 162, 178; Patje, S.425ff.; v.Reden, DasKönigr.Hannover, II. Abt., S.267ff.; 
August Engel, Weserbuch, Hameln 1845, S. 128; Philipp Kniest, Von 
der Wasserkante, Bremen 1884, S. 61 ff. Die charakteristischen Walfischrippen 
sind jetzt nahezu verschwunden, in Lesumbrook stehen noch einige. Im 
Heringshandel (s. (Gothaische) Handlungs-Zeitung oder Wöchentliche Nachrichten 
von Handel, Manufakturwesen und Oekonomie, III. Jahrg., 1786, S. 385; 
F. Z e i t e r, in Bremen und seine Bauten hrsg. vom Architekten- und Ingenieur- 
Verein, Bremen 1900, S. 676 ff.) pflegten die Bremer Fuhrleute besondere 
Schnellrcisen mit kleinen Wagen z. T. auf Landwegen nach Berlin und 
gröfseren Städten mit den Matjesheringen zu machen. (Mitteil, von Herrn 
F. W. Neukiroh in Bremen.) — Vgl. f. Abhandlungen des Deutschen Seefischerei- 
Vereins, Berlin. Zum amerikanischen Trangeschäft in den vierziger Jahren 
G. W. Öhlrich, Deutschland zur See, 1849, S. 269 ff. Vergl. a. Duckwitz, 
Denkw., S. 32, 201 ff.; E. Fitger, Die Entwicklung der Seeschiffahrt, S. 130; 
Weserzeitung 18. März 1873, Nr. 9389; H. Hoops, G. d. Gern. Grambke u. 
Büren, Brem. 1905, S. 184, 187 ff.
	        
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