Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

auch  nach  Österreich  und  der  Schweiz  zu  Lande  den  Anfang  nehmen,
so  dass  Transporte  über  den  gegen  das  Ende  des  achtzehnten  Jahrhunderts ­
  über  die  Weser  geführten  Bereich,  insofern  wiederkehren
und  übertroffen  werden. *  1 )  Gleichzeitig  wird  die  Differenzierung
zwischen  den  deutschen  Nord-  und  Ostseehäfen,  die  dadurch  eingetreten ­
  ist,  dass  Deutschland  in  den  Nordseehäfen  direkt  importierende
und  exportierende  Häfen  erhalten  hat,  auch  im  Landverkehr  in  Versendungen ­
  über  Land  von  den  Nordseehäfen  in  die  Ostseeländer,
ohne  Vermittlung  der  Ostseehäfen,  deutlicher 2 )  Zugleich  macht
sich  aber  auch  die  gleiche  Erscheinung  wie  bei  dem  Ausbau  des
Chausseenetzes  geltend.  Die  verminderte  Leistungsfähigkeit  der
Wasserstrassen  wird  durch  Modernisierung  nachgeholt,  wobei  die
Weser,  der  nur  mit  Radikalmitteln  beizukommen  ist,  und  ihr  Hinterland ­
  benachteiligt  sind,  dazu  tritt  beide  Mal  die  Emanzipation  der
Flüsse  von  Zoll  bezw.  von  Abgaben.  Bremen  hatte  demgegenüber ­
  nur  seine  vorzügliche  Lage  zur  See  und  zu  Deutschland  und  seit
1830  den  eisfreien  modernen  Aufsenhafen. 3 )
*)  Vgl.  Duckwitz,  Denkwürdigkeiten,  S.  17  ff.;  Max  Peters,  II.  Bd,,
S.  127  ;  und  die  neuere  amtliche  Bremer  Statistik.  Tabak  stieg  in  Hamburg
von  176000  Ztr.  in  den  Jahren  1851—55  auf  200000  Ztr.  in  den  Jahren
1856—60,  in  denselben  Jahren  in  Bremen  von  562  000  Ztr.  auf  692000  Ztr.,
also  ziemlich  gleichmässig  wie  100:114  zu  100;  123;  Baumwolle  von  1851  —  55
402  000  Ztr.  in  Hamburg  zu  412  000  Ztr.  1856—60,  in  Bremen  von  184  000
Ztr.  zu  479  000  Ztr.,  also  100  ;  102  zu  100  :  324.  —  Man  versandte  das  Bremer
Stapelgut,  das  die  Fuhrfracht  nicht  wie  die  wertvolleren  Güter  tragen  konnte,
auch  über  Rotterdam  rheinauf,  und  war  zu  Steuervereinszeiten  nicht  konkurrenzfähig ­
  in  der  Schweiz  und  Österreich.  Vgl.  a.  (v.  Hormayr),  L,  S.  6
J )  Max  Peters,  Die  Entwicklung  der  deutschen  Reederei,  1899—1905.
I.  Bd.,  S.  139,  168,  II.  Bd.,  S.  37  ff.,  54  ff.,  59  ff.,  68  ff.,  168,  1867  sandte
Bremen  277  000  Ztr.  der  gebräuchlichsten  Tabaksorten  nach  Preussen,  über
Stettin  wurden  2700  Ztr.  importiert,  Reis  versandte  Bremen  400  000  Ztr.  nach
Preussen,  Stettin  importierte  im  europäischen  Zwischenhandel  166000  Ztr.
Drei  Viertel  des  Stettiner  Verkehrs  war  Verkehr  mit  England,  was  auch
bei  bereits  gegenüber  dem  altheimischen  Handel  mit  den  europäischen  Produkten
allmählich  stärker  ins  Gewicht  fallenden  Kolonialhandel,  der  das  Hervortreten
der  Nordseehäfen  bewirkt,  an  sich  nicht  ungünstig  zu  sein  braucht,  (Wegen
des  Aufhörens  der  agrarischen  Ausfuhr  von  Getreide  und  Holz  und  des  damit
blühenden  Verkehrs  der  Ostseehäfen  im  19.  Jahrhundert:  Peters,  Bd.  II,  S.  38).
Hier  ist  ja  nun  neuerdings  Hamburg  ein  besserer  Eingriff  gegenüber  der  englischen ­
  und  holländischen  Konkurrenz  durch  den  Sund,  durch  den  Kaiser-Wilhelmkanal,
  als  früher  über  die  Lübeck-Hamburger  Strasse  möglich.  Interessant
ist  das  Übergreifen  des  zwischen  Weser  und  Elbe  entstandenen  Seeleichterverkehrs ­
  auf  die  Strecke  bis  nach  Königsberg.  (E.  Fitger,  Die  Entwicklung
der  Seeschiffahrt,  1902,  S.  46).
8 )  Zur  Chausseezeit  1826  findet  man  das  Verhältnis  in  den  Zahlenangaben
zwischen  dem  Bergverkehr  der  Oberweser  und  der  Ausfuhr  per  Achse  aus  Bremen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.