Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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sind,  in  der  Zusammensetzung  unserer  Parlamente,  wo  für  alle
Verkehrsangelegenlieiten  jedesmal  eine  verschiedenartig  zusammengesetzte ­
  Teilgruppierung  zuständig  ist,  und  wegen  der  Kostenverteilung, ­
  wobei  man  es  keinem  Einzelstaat  verdenken  kann,
wenn  er  nicht  die  wirtschaftliche  Kraft  seiner  Angehörigen  aufgewendet ­
  haben  will,  damit  ein  anderer  mit  geringen  Kosten  anschliefse,
  der  auch  mit  hätte  beitragen  sollen,  wodurch  der  Netzausbau ­
  aber  gehindert  wird.  Dazu  müssen,  solange  die  modernen
Wirtschaftsteile  der  Bevölkerung  von  der  sozialen  Hypnose  beherrscht
sind,  Feudale  und  Klerikale  unsere  imperialistische  Politik  machen.
In  den  alten  deutschen  Verhältnissen  haben  sich  die  Kaufmannschaften, ­
  die  die  betreffenden  Wege  regelmäfsig  benutzten,
vielfach  dadurch  geholfen,  wenn  sie  einige  neue  Wege  mit  Einrichtungen ­
  zu  Handelszwecken  gebaut  oder  besser  unterhalten  wissen
wollten,  dafs  sie  durch  Verträge  mit  den  Herren  der  betreffenden
Gebiete  Geld  herschossen,  oder  häufiger  eine  regelmäfsig  von
ihnen  bei  jeder  Benutzung  zu  zahlende  Abgabe  verwilligten;  durch
solche  Vorkommnisse,  die  sich  noch  nachweisen  lassen,  mag  der
Weggeldcharakter  des  Zolls  eine  starke  Stütze  in  der  Anschauung
des  Mittelalters  gewonnen  haben.  Als  in  England  die  Verwaltungskörper, ­
  die  parishes,  die  Kirchspiele,  sich  zu  klein  erwiesen,  um
Interesse  und  Möglichkeit  des  Chausseenbaues  zu  haben,  gründeten
die  Interessenten  Aktiengesellschaften,  und  es  wurden  eigene
Verwaltungskörper,  die  grofs  genug  waren,  um  eine  wirkliche
Interessentengruppe  zu  vereinigen,  konstituiert,  die  parish  unions  etc.
Damals  wurde  das  Weggeld  in  der  neuen  Form  des  Chausseegelds ­
  ein  Behelf  des  noch  primitiven,  sich  ausbildenden  modernen
Verkehrs,  und  abgestofsen,  als  man  ein  Interesse  der  Allgemeinheit
konstatieren  mufste,  statt  dafs  wirklich  notwendig  abzusondernde
Interessengruppen  einen  weitaus  überwiegenden  Vorteil  hatten,  den
die  Allgemeinheit  oder  gar  nicht  interessierte  verschaffen  sollten.
Damit  fiel  dann  auch  die  mäfsige  Rentabilität  und  Belästigung,  die
in  der  speziellen  Erhebungsart  begründet  war,  und  die  man  hatte
in  den  Kauf  nehmen  müssen.
Ähnliche  Verhältnisse  und  Fragen  gibt  es  heute  für  den
deutschen  Kanalbau,  wo  Reichsinteresse  bisher  nur  bei  strategischen
Bedürfnissen,  dem  Nordostseekanal,  in  Frage  kam,  und  für  den
deutschen  Flufsbau  zu  lösen.  Es  wird  die  Schwierigkeit  bei  den
Flufsgemeinschaften,  z.  T.  nach  englischem  Muster,  Thames  conservancy
  board  u.  a.,  public  trusts,  die  aber  zugleich  verwalten,  sein,
bei  gleichen  oder  bei  ungleichen  Abgaben  den  kleineren  Verband
            
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