Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Bahn nach der bedrohten Richtung zuvorkommen und hielt dem 
gegenüber eine Bahn nach dem den gröfsten Teil von Hannover 
aufschliefsenden Weserplatz für weniger dringlich, weil er auf 
Hannover angewiesen war und keine unmittelbare Konkurrenz in Frage 
kam. 1 ) Darauf gründete Duckwitz seinen diplomatischen Feldzug, mit 
dem, seit 1842 namentlich, Hannover willig gemacht wurde * 2 * ) und das 
brach auch die bei manchen älteren Herren in Bremen noch vor 
handene Interesselosigkeit. 8 ) An die Stelle des Komitees, zu dem 
namentlich einige Älterleute zugezogen waren, 4 ) trat in Bremen seit 
1840 eine formelle Eisenbahndeputation, die bei den Vorberatungen 
und Inaussichtnahme der Finanzierungen einzutreten hatte. 5 * * ) 
Die ersten Pläne von Eisenbahnen sind von den Eisenbahn 
komitees der Städte erörtert worden. Die Bahnverträge kommen 
Wegen der Stellung Dänemarks vgl, a. Über die Anlage einer Eisenbahn im 
Königreiche Hannover, Altona 1840, S. 17 und 18 und die dort zitierten 
Schriften zu der Altona—Kieler Bahn, s. ferner auch J. H. W. Smidt; Die 
Hannoverschen Landes-Eisenbahnen, Bremen 1842, S. 15. 
*) Duckwitz, Denkwürdigkeiten, S. 22; Bremer Staatsarchiv. 
2 ) A. Duck witz, Denkwürdigkeiten aus m. öffentl. Leben, 1877, S. 22, 
setzt seine Aktion für den gleichzeitigen Ausbau der Bahnen von Bremen und 
Hamburg nach Hannover — als er auf Nachricht von der nahezu beschlossenen 
Bahn Harburg—Hannover nach Hannover geschickt worden war — auseinander: 
„Dabei behandelte ich, und zwar nach den verschiedenen Persönlichkeiten 
variirend, den Text, dafs Bremen den Zentralpunkt des hannoverschen Handels 
bilde, mithin in dieser Beziehung eigentlich gleichsam eine hannoversche Stadt 
sei, denn der Handel Bremens und Hannovers bilde ein untrennbares Ganze. 
Wenn man nun eine andere Seehandolsstadt, nämlich Hamburg, die am entgegen 
gesetzten Elbufer belegen sei, durch Anlage der Eisenbahn begünstige und den 
Zentralpunkt des eigenen Handels zurücksetze, indem man den Handel von 
dem letzteren nach einer mehr nach dem Osten und Süden gravitierenden 
Stadt verpflanze, so handle man schnurstracks gegen das hannoversche Interesse 
und mache einen ganz kolossalen Fehlgriff. Die Richtigkeit dieser Argumentation 
konnte niemand bestreiten.“ Ein interessanter Opponent ist der Amtmann 
Friedrichs in Lehe, Deputierter der Hoyasohen Freien. Er war der Meinung, dafs 
nur Bahnen nach Harburg und Ostfriesland zu bauen seien, drang dann aber 
darauf, dafs der Bahnhof in Bremen hannoversch und so angelegt werde, dafs 
eine Fortsetzung nach der Geeste möglich sei, s. im folgenden. (Bremer- 
Staatsarchiv). 
s ) S. die Darstellung von Duckwitz in seinen Denkwürdigkeiten. 
4 ) S. a. Duck witz, Denkwürdigkeiten, S. 20 ff. 
6 ) Die bremische Eisenbahndeputation wurde niedergesetzt am 29. Dez. 
1840; am 5. Oktober 1870 wurde die Deputation für Häfen und Eisenbahnen 
neu gebildet. 1873 trat noch ein bremisches Eisenbahnbüreau hinzu.
	        
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