Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Seit den vierziger Jahren wurde die Konkurrenzidee gegen die 
Hansestädte, die auch vorher schon vorhanden war, 4 ) akut. Allerlei 
Pläne, bezüglich Harburg als Konkurrenz 2 ) gegen Hamburg, wurden 
erörtert, neuerdings Geestemünde als eisfreier Winterhafen von 
Harburg—Hamburg und grofser selbstständiger Ausgangspunkt von 
Dampferlinien diskutiert. 3 ) Deshalb begegneten die auf den be 
stehenden Verhältnissen aufgebauten Bahnprojekte in neuerer Zeit 
wiederum stärkeren Schwierigkeiten. 4 ) 
So sollte die Bahn nach Bremerhaven bezw. Geestemünde nach 
hannoverschem Projekt nach Beverstedt 5 ) gehen und von da nach 
*) Vergl. die früheren Citate, Dnckwiz, Denkw., S. 115,142; v. Reden, 
Das Königreich Hannover, II Abt., 1839, S. 358; Hannoversche Landesblätter 
5. Febr. 1836; auch Patje, Kurzer Abrifs des Fabriken-, Gewerbe- und 
Handlungszustandes in den churbraunschweig - lünebnrgischen Landen, 1796; 
W. v. Hippen, Geschichte der Stadt Bremen, II. Bd., 1898, S. 380 u ff.; s a. 
die Erörterungen beim Flufsvorkehr. Zum Harburger und Geestemünder Hafen 
Max Peters, Die Entwicklung der deutschen Reederei, I. Bd., S. 170, II. Bd., 
S. 162 ff., 165 ff. S. a. Hannovers Seeschifffahrt, I. Heft, Leer 1853, S. 15, 35, 
57, 58, 62, 73 u. w. 
2 ) Zur Harburger Konkurrenz habe ich auch einige neuere Literatur in 
den Eisenbahnschriften bereits gegeben. Vergl. a. Meidinger, Die deutschen 
Ströme, III. Abt., 1854, S. 46; Hannovers Seeschifffahrt, I. Heft 1853. S. 10 ff., 
27, 29, 33 ff. u. im folgenden. 
s ) Meidinger, Die deutschen Ströme, IV. Abt., 1854, S. 23, 62, 63; 
Hannovers Seeschifffahrt, I Heft, 1853, S. 42 ff., 61. Vergl. a. Böse, 
Dr. Peschan und sein Recensent Hermes, Hannover 1835, S. 24. 
ä ) Seit dem Aufblühen Bremerhavens bereute man in Hannover den 
Vertrag von 1827. Der Gedanke an Geestemünde wurde besonders in den 
vierziger Jahren rege, was bei dem Eisenbahnvertrag von 1845 sich bereits 
bemerkbar machte (Duckwitz, Denkw, S. 116), und namentlich hatte 
man in dieser Zeit richtigere Vorstellungen von den Kosten und war 
bereit, solche darauf zu wenden. Man hatte 1827 das verfügbare Geld an der 
Ems investiert (vergl. W. v. Bippen, in Johann Smidt, Gedenkbuch S. 234; 
Sammlung verschiedener Ansichten über Eisenbahnen, herausg. von einem Mit- 
gliede der hannoverschen Ständeversammlung, 1836, S. 58), und richtete danach 
sein Hauptaugenmerk auf Harburg. Man schlug die Neuanlagen zunächst zu 
niedrig an, wie im Vertrage von Bremerhaven die Bremer nur verpflichtet 
wurden 200 000 zu verbauen, und wie man auch bei Harburg die Kosten 
der Süderelbevertiefung etc. unterschätzte. Als im Jahre 1856 die Verhand 
lungen wegen der Bremerhavener Bahn von Bremen erneut aufgenommen 
wurden, war man in Hannover entschlossen, Geestemünde zu einem grofsen 
Hafen zu machen. S. a. Duckwitz, Denkw., S. 116 ff. 
5 ) Duckwitz, Denkwürdigkeiten aus meinem öffentlichen Leben, 1877, 
S. 139. — Vergl. auch Übersichtskarte der Eisenbahnen zwischen der Ems und 
der nördlichen Elbe, worauf die verschiedenen angeregten Richtungen der Bahn 
nach Bremerhaven näher angedeutet sind, entworfen nach Bergbaus und Pape,
	        
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