Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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ziehen.  Ein  älteres  Projekt  der  Herren  Balkema  &  Co.,  bei  dem
viele  der  ersten  Handelshäuser  in  Amsterdam  und  London  beteiligt
waren,  aus  dem  Ende  der  vierziger  und  Anfang  der  fünfziger  Jahre,
eine  Linie  von  Amsterdam  über  Oldenburg  nach  Bremen  zu  bauen,
kam  nicht  zur  Ausführung,  da  eine  Einigung  mit  Hannover  über  die  Überführung ­
  der  Bahn  von  der  holländischen  Grenze  bei  Winschoten  nach
Oldenburg  durch  den  hannoverschen  Gebietsstreifen  an  der  Ems  nicht  zu
erreichen  war. 1 )  Projektierungen  englischer,  belgischer  und  französischer
Gesellschaften,  die  bedeutende  Zinsgarantien  verlangten,  der  folgenden
Jahre  blieben  ebenfalls  ohne  Erfolg. 2 )  Man  wollte  nach  dem  Scheitern  des
Balkemaschen  Projekts  durch  eine  in  Bremen  domizilierte  Gesellschaft ­
  eine  Verbindung  nach  Oldenburg  und  Brake  schäften,  die
auch  von  Oldenburger  Unternehmern  bearbeitet  und  schliefslich  als
Staatsbahn  seit  1865  gebaut  ist. 3 )  1857  schien  Hannover  bereit,
Oldenburg  Anschlufs  an  sein  Netz  zu  gewähren.  Es  schlug  eine
Bahn  Osnabrück—Quakenbrück—Oldenburg 4 )—Berne,  Harburg  vor.
Oldenburg  verkannte  die  Schädigung  Bremens  durch  eine  etwa  zu
errichtende  Brücke  nicht  und  trug  deshalb  der  Beschwerde  Bremens
Rechnung,  doch  zerschlug  sich  das  Projekt  gleich  darauf,  als  Bremen
sich  mit  Hannover  über  die  Geestemünder  Bahn  einigte 5 ).  Hannover
hat  dann  noch  1862  mit  Oldenburg  wegen  einer  gemeinschaftlichen
Staatsbahn  Leer—Oldenburg—Bremen  verhandelt.  Oldenburg  sollte
von  Brake  und  Varel  einmünden  dürfen,  aber  an  die  Zustimmung
*)  Es  "bestanden  hier  in  der  Tat  Schwierigkeiten  wegen  des  Papenbnrger
Seeverkehrs.
2 )  A.  Duckwitz,  Denkwürdigkeiten  a.  m.  öffentl,  Leben.  1877,  S.  137;
M.  H.  Porte,  Chemin  de  fer  de  la  Mer  du  Nord  ä  la  Mer  Baltique,  Bruxelles
1848;  Chemin  de  fer  des  villes  Anseatiques,  Bruxelles  1856;  Chemin  de  fer  de
Londres,  Bruxelles  et  Paris  ä  Hambourg  par  Venlo  et  Ruhrort,  1855;  Die
holländische  Nordbahn  und  ihre  östliche  Fortsetzung,  Leer  1862;  Chemin
de  fer  de  Paris  ä  Hambourg,  1863;  Die  Entstehung  und  Entwicklung  der  Eisenbahnen ­
  im  Herzogtum  Oldenburg,  Denkschrift,  Oldenburg  1878,  S.  7,  13,  23,
29,  30,  62  ft
а )  Denkschrift  über  die  Anlage  einer  Eisenbahn  zwischen  Bremen,  Oldenburg ­
  und  Brake,  Bremen  1862,  S.  4;  Die  Oldenburg—Bremer  Bahn,  Oldenburg
1862;  Duckwitz,  Denkwürdigkeiten,  1877,  S.  137,  143;  Die  Entstehung  und
Entwicklung  der  Eisenbahnen  im  Herzogtum  Oldenburg,  Oldenburg  1878,  S.  6,
7,  16,  29,  60  ft
4 )  Eine  Oldenburg—Osnabrücker  Bahn  schien  schon  einmal  1840—44  in
Aussicht  zu  stehen.  Ältermann  Bolte  hatte  damals  den  Plan,  eine  Bahn
Bremen—Oldenburg  und  Bremen—Vegesack  zu  bauen,  da  Hannover  nicht  nach
Bremen  bauen  will,  (Arch.  Coli.  Sen.)
б )  Die  Oldenburg—Bremer  Eisenbahn,  Oldenburg  1862,  S.  8;  Die  Entstehung ­
  und  Entw.  der  Eisenbahnen  im  H.  Oldenburg,  1878,  S.  12.
            
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