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Friedrich Schröder in Bremen, der die erste Dampfschiffahrt
auf der Dnterweser einrichtete, und auf der Oberweser
versuchte. Das ursprünglich für die Oberweser bestimmte
Schiff, der Herzog von Cambridge, wurde von dem Zimmer
baas Jürgen Saager in Vegesack, der 1816 die 1789 (?) ge
gründete Janssensche Werft unterhalb des Hafens gekauft
hatte 1 ), 1818 gebaut 8 ). Das gröfste Schiff der Langeschen
Werft war 1854 der 1852 zu des Begründers Andenken
gebaute Johannes Lange von 820 Last oder 1640 Tonnen.
600 Leute wurden beschäftigt 3 ). Die heutige Aktiengesell
schaft Bremer Vulkan ist aus der Langeschen und der 1838
am Fährgrund gegründeten Werft von Hermann Friedrich
Ullrichs in Vegesack [1893,1894,(1884)] hervorgegangen 4 ), 1 ), 5 ).
Die Schrödersche Werft in Vegesack hat bereits die Schiffe
(250, 300 Last) gebaut, mit denen Carl Philipp Cassel in
Bremen die Ostindienfahrten (1782 ff.) unter preufsischer und
bremischer Flagge (der Triton 1795 in St. Magnus) unter
nahm, womit die neuere transatlantische Schiffahrt beginnt J )];
in St. Magnus 1795 J ) [1796 Schiffe bis zu 200 Last 6 ), Joh.
Raschen, 1839 Hr. Raschen 7 )];
0 L. Halenbeck, G. d. St. Vegesack, 1893, S. 42, 43, 145 ff,, 181,
189; H. Raschen, S. 19 ff. In Aumund ist heute der bekannte Bootsbau
von J. Lürssen zu nennen. In Grohn a. Eisengießerei Högemann und Fokken.
2 ) Die Maschinen für beide Schiffe wurden von Bolton, Watt & Co. in
Soho bei Birmingham bezogen. Ludwig Georg Treviranus, der als Ingenieur
bei dem Bau mitwirkte, Johannes Lange und der Kapitän, der die Weser führen
sollte, Zacharias Spilcker, machten auf Veranlassung Schröders zuvor eine
Informationsreise nach England, der Bau der Weser begann im Herbst 1816,
am 6. Mai 1817 machte der Dampfer seine erste Fahrt herauf nach Bremen.
Der Herzog von Cambridge machte seine Tour nach Münden 1819 und kam
dann in die Unterweserschiffahrt. Lange hat auch 1834 die Bremen gebaut,
die die Weser ablöste. Vgl. G. C. Kindt, Die erste Dampfschiffahrt auf der
Weser und ihr Begründer Friedrich Schröder, Abhandlungen, herausgegeb. vom
naturwissenschaftlichen Vereine zu Bremen, I. Bd., 3. Heft, 1868, mit
rekonstruierter Abbild, der Weser — andere Abbild. Stadtbibliothek. (Heinr.
Hoops, Gesch. d. Gern. Grambke und Büren, Bremen 1905, S. Hl); H.Raschen,
Die Weser, 1908 mit den alten Planzeichnungen.
3 ) Heinrich Meidinger, Die deutschen Ströme, IV. Abt., 1854,
S. 44, 100, 101. Vgl. f. Ludwig Rose, Bremische Geschichte für das Volk,
Bremen 1860, S. 333.
4 ) Wilda, in Bremen u. s. Bauten, 1900, S. 693 ff.
6 ) Vergl. a. A. Engel, Weserbuch, 1845, S. 133.
8 ) Patje, Abrifs, S. 459.
7 ) F r. v. R e d e n, Das Königreich Hannover, statistisch beschrieben.
II. Abt., 1839, S. 182, 275.