Full text : Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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auch  von  der  Organisationsform.  Es  kann  beim  Vorhandensein  einer
Clearingorganisation  eine  Gruppe  von  Konkursen  vermieden  werden,  die  sonst
eingetreten  wäre.  Eine  gute  Organisation  vermag  zwar  nicht  den  Mangel
der  Nahrungsmittel,  Kanonen  usw.  zu  ersetzen,  aber  zu  verhindern,  daß  nicht
trotz  Vorhandenseins  genügender  Produktions-  und  Konsumtionsquellen  alles
darbt  und  jede  Maßnahme  gelähmt  wird.  Manche  wollen  sich  mit  dem  Hinweis ­
  darauf  beruhigen,  daß  es  in  allen  Ländern  in  dieser  Richtung  gleich
schlecht  gestellt  sei.  Das  trifft  wohl  nicht  mehr  ganz  zu.  In  Deutschland
.  und  Frankreich  werden  Organisationen  für  den  Kriegsfall  bereits  eifrig  er-^
  örtert,  für  Österreich-Ungarn  wären  sie  aber  besonders  wichtig,  weil  wir  im
Hinblick  auf  unsere  Gesamtentwicklung,  insbesondere  was  die  Industrie  anlangt, ­
  manchen  schweren  Mangel  aufzuweisen  haben.
Die  Beschaffung  der  für  den  Krieg  erforderlichen  Ware  kann  auch  in
der  Weise  erfolgen,  daß  Noten  emittiert  werden  oder  daß  Girogeld ­
  vermehrt  wird.  Ich  habe  bereits  darüber  gesprochen,  welche  Wirkungen ­
  dies  auf  die  Preise  ausübt  und  wie  die  Realeinkommen  der  Bevölkerung ­
  dadurch  beeinflußt  werden.  Es  ist  für  kriegswirtschaftliche  Untersuchungen ­
  selbstverständlich  von  der  größten  Wichtigkeit,  die  Veränderungen
in  der  Kaufkraft  des  Geldes  nachzuweisen.  Aber  dies  allein  genügt  nicht,
man  muß  auch  festzustellen  suchen,  wie  sich  die  Löhne  verändert  haben.  Da
ergeben  sich  nun  mannigfache  Schwierigkeiten.  Vielfach  geht  man  in  der
Weise  vor,  daß  man  die  Löhne  bestimmter  Arbeitertypen  zu  einer  Zeit  feststellt ­
  und  dann  die  Löhne  derselben  Typen  zu  einer  anderen  Zeit.  Diese
Methode  ist  aber  ungeeignet,  wenn  starke  Verschiebungen  vorgekommen  sind.
Ich  will  dies  ganz  kurz  anzudeuten  versuchen.  In  Tabelle  XXV  sehen  wir
drei  Typen  von  Arbeitern:  arbeitslose,  ungelernte  und  gelernte  Arbeiter,  vertreten. ­

Tabelle  XXV.
►  Steigender  Gesamtreallohn
bei  fallendem  Reallohn  der  einzelnen  Kategorien

Zeitpunkt ­


Kategorien

Arbeitslose

Ungelernte
Arbeiter

Gelernte
Arbeiter

Summe
aller  Individuen

ti

Reallohn
jeder  Kategorie

0

10

20

—

Individuen

A,  B,  C

D,  E,  F

0

A,  B,  C,  D,  E,  F

Gesamt-Reallohn
jeder  Kategorie

0

30

0

30

ts

Reallohn
jeder  Kategorie

0

6

12

—

Individuen

0

A,  B,  C

D,  E,  F

A,  B,  C,  D,  E,  F

Gesamt-Reallohn
jeder  Kategorie

0

18

36

54

In  jeder  Klasse  sei  eine  bestimmte  Anzahl  von  Individuen  enthalten,  der
Reallohn  werde  für  jede  Kategorie  festgestellt.  Im  ersten  Zeitpunkt  sind
die  Reallöhne  der  Reihe  nach:  0,  10,  20.  Im  zweiten  Zeitpunkt  dagegen:
0,  6,  12.  Wir  sehen,  daß  die  Real  löhne  der  einzelnen  Klassen
gesunken  sind.  Dennoch  hat  der  Wohlstand  der  Bevölkerung
zugenommen.  Wir  nehmen  nämlich  in  unserem  Schema  an,  daß  alle  Arbeitslosen ­
  Arbeit  gefunden  haben  und  alle  ungelernten  zu  gelernten  Arbeitern  aufgerückt ­
  sind.  Die  Person,  welche  früher  nichts  erhielt,  bekommt  jetzt  6,
            
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