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Ordnung, welche Einrichtungen, welche Maßnahmen bedingen, daß unter gegebenen
Umweltverhältnissen (Wald, Feld, Sumpf, Wiese, Bodenschätze,
Wasserläufe usw.) jedes Volk eine bestimmte Lebenslage aufweist, die
sich aus Wohnung, Nahrung, Kleidung, Bildung, Luxus, Arbeit und Mühsal usw.
aufbaut ?
Die Entwicklung des technischen Denkens erfolgte nicht auf allen Gebieten
gleichzeitig, so hat die Maschinentechnik lange inselhaft bestanden;
maschinentechnische Probleme w'urden zu allen Zeiten erörtert, aber entscheidende
Bedeutung für unser Dasein haben sie vor allem um die Wende des
18. und 19. Jahrhunderts gewonnen, als die moderne Fabriksentwicklung einsetzte.
Die Inselhaftigkeit der maschinentechnischen Betrachtung leuchtet uns
aus der zeitgenössischen Literatur deutlich entgegen; der Engländer Babbage,
welcher eine gewaltige Rechenmaschine baute, suchte sich zunächst über den
Bau von Maschinen überhaupt möglichst vollständig zu unterrichten und unternahm
zu diesem Zweck Reisen, auf denen er zahlreiche Fabriken besichtigte,
um sich deren Maschinen bis in alle Einzelheiten erklären zu lassen. Die
Ergebnisse dieser Reisen legte er in einem Werke über das Fabriksystem nieder,
welches durch die Fülle feiner Beobachtungen überrascht. Mit Nachdruck
werden insbesondere Unscheinbare Änderungen an einer Schraube, an einem
Hebel hervorgehoben, welche die Leistung der Maschine wesentlich steigern.
Obgleich sich aber der Verfasser nicht eng an die technische Fragestellung
hält und sogar volkswirtschaftliche Fragen erörtert, so sucht man dennocli
eins in diesem Buche vergeblich : eine Würdigung der Handgriffe des
Arbeiters.
Und doch wissen wir heute auf Grund der Forschungen Taylors und
vieler anderer, daß es für die Leistung einer Maschine von größter Bedeutung
ist, welche Bewegungen der Arbeiter ausführt, um sie zu bedienen. Es ist
für die Zeit Babbages charakteristisch und psychologisch bemerkenswert, daß
ein Gelehrter, welcher in tausenden Fällen die technische Bedeutsamkeit einer
Schraube, eines Hebels sofort erfaßt, die technische Bedeutsamkeit jenes Bestandteiles
der Maschine, welchen in gewissem Sinne der Arbeiter verkörpert,
glatt übersah. Es hat mehrere Jahrzehnte gedauert, bis neben die Maschinentechnik
die Arbeitstechnik trat. Als man ihr Aufmerksamkeit schenkte,
zeigte es sich, daß die meisten Handgriffe des Alltags unzweckmäßig ausgeführt
werden, daß man zum Beispiel seit Tausenden von Jahren die Ziegel
falsch legte.
Sobald einmal die Maschinentechnik aus ihrer Isoliertheit befreit war,
sobald man daran ging, den technischen Gedanken weiter auszudehnen, lag
es nahe, die Beziehungen zwischen den einzelnen Maschinen, das Zusammenwirken
der Arbeiter innerhalb einer ganzen Fabrik systematisch zu untersuchen
und neben der Arbeitstechnik die Betriebstechnik zu behandeln.
Es galt festzustellen, welche Wege ein Werkstück innerhalb einer Fabrik zurücklegt,
es galt zu wissen, wie die chemischen Eigenschaften des Düngers
bestimmte Gestaltung der Düngergruben und vieles andere voraussetzten, wie
die Prämien der Arbeiter festgesetzt werden müssen, um bestimmte Ergebnisse
zu erzielen. Die gesamte Buchhaltung war im iwesentlichen traditioneller Art
gewesen, nun war eine durchwegs zielbewußte Betriebsbuchhaltung zu konstruieren,
kurzum der Betrieb mit all seinen Maschinen, Geräten, Menschen usw.
wie eine einzige große Maschine zu behandeln, innerhalb deren seelische Hebel
ebenso wie mechanische auftreten!
Warum sollen wir aber an den Grenzen eines industriellen oder landwirtschaftlichen
Betriebes Halt machen? Verhalten sich nicht die Teile eines
solchen Betriebes oft ähnlich, wie selbständige Betriebe zueinander? Ist es
nicht eine bloße Rechtsfrage, ob Bergwerk und Hütte zusammen einen Betrieb
bilden oder zwei Unternehmern gehören? Kann man nicht die Leitung
einer Gruppe von landwirtschaftlichen und industriellen Betrieben ebenso steigern,
wie die Leistung eines Einzelbetriebes? Kann man nicht eine Volkswirtschaft,
ja die ganze Weltwirtschaft wie einen Riesenbetrieb ansehen und
so nicht nur in übertragenem Sinne von einer „Gesellschaftstechnik“ sprechen?
Stufenweise sind wir so von der Maschinentechnik über die A r b e i t s -