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ragende Stellung in der äußeren Politik einnimmt: „Als reale Macht wird
Amerika noch lange nicht in der Lage sein, sich mit Japan zu messen. Mögen
in der neuen Welt ungeheure Mittel auf den Flottenbau verwendet werden, aber
Geld allein reicht nicht aus, um eine entsprechende Wehrkraft zu schaffen. Armee
und Flotte sind nicht nur durch ihre Rüstung allein stark, sondern auch durch
ihre Organisation und ihren Qeisit.“ Diese Gesichtspunkte haben denn auch
dazu geführt, daß ein Adam Smith, der als Vertreter der Freihandelslehre Zölle und
Bevorzugungen bestimmter Erwerbszweige grundsätzlich verwarf, eine Aus
nahme zugunsten der Landesverteidigung machte. Er kennt noch
eine zweite Ausnahme, die sogenannten Retorsionsfälle, die als Repressalie
verhängt werden; sie haben für uns hier kein Interesse. Über die zugunsten
der Verteidigung Großbritanniens zugestandenen Maßnahmen äußert er sich
folgendermaßen: „Es hängt die Verteidigung Großbritanniens sehr von der
Zahl seiner Seeleute und Schiffe ab. Die Navigationsacte ist deshalb sehr
zweckmäßig darauf bedacht, den Seeleuten und der Reederei des Landes das
Monopol ihres Gewerbes zu geben, teils durch unbedingte Verbote, teils durch
schwere Belastung der fremden Reederei. Die wichtigsten Vorschriften des
Gesetzes sind folgende : Erstens ist allen Schiffen, deren Eigner, Führer und
drei Viertel der Mannschaft nicht britische Untertanen sind, bei Strafe des
Verlustes von Schiff und Ladung, jeder Verkehr mit den britischen Nieder
lassungen und Pflanzungen, sowie jeder Küstenhandel in Großbritannien unter
sagt. Zweitens darf eine große Zahl der umfänglichsten Einfuhrartikel nur
entweder in Schiffen der bezeichneten Art oder in Schiffen des Erzeugungslandes
eingeführt werden und sind sie einem doppelten Fremdenzoll unterworfen.
Drittens dürfen sehr viele Artikel der umfänglichsten Art selbst in britischen
Schiffen nur unmittelbar aus den Erzeugungsländern eingeführt werden. Diese
Vorschrift war vermutlich gegen Holland gerichtet. Als das Navigationsgesetz
erlassen wmrde, befanden sich England und Holland zwar nicht im Kriege mit
einander, doch bestand die heftigste Erbitterung zwischen beiden Nationen. Der
Nationalhaß hatte zu jener Zeit denselben Zweck im Auge, den der besonnenste
Verstand zu empfehlen vermochte: die Verminderung der Seemacht Hollands,
der einzigen, welche Englands Sicherheit zu gefährden imstande war. Für den
auswärtigen Handel und den Zuwachs an Reichtum, der aus demselben ent
stehen kann, ist das Navigationsgesetz nicht vorteilhaft. Da indessen die Landes
verteidigung wichtiger ist als Reichtum, so dürfte das Navigationsgesetz vielleicht
die weiteste aller englischen Handelsverordnungen sein.“ Das Navigations
gesetz wurde erst 1847 aufgehoben, als Englands Seemacht bereits eine welt
beherrschende Stellung einnahm und die Zahl seiner Handelsmatrosen mehr als
ausreichend war. Das beweisen denn auch die Daten über die britischen Schiffs
bauten, die nur kurze Zeit eine Reduktion aufwiesen.
In Österreich-Ungarn sind es vor allem die Küstenbewohner Dalmatiens,
die als Matrosen der Kriegsmarine in Frage kommen. Wir haben schon oben
bei Besprechung der Auswanderungsfrage auch dieses Moment berührt. In
einer lesenswerten Broschüre bespricht der frühere österreichische Handels
minister Baernreither diese Frage und betont unter Hinweis auf Mitteilungen
des Abgeordneten Lupis, wie wichtig es wäre, durch eigene Subventionen
die Küstenschiffahrt zu fördern. „Den ersten großen Anstoß zur Massenaus
wanderung gab die berüchtigte Weinzollklausel des italienischen Handelsver
trages. Schon vorher war der dalmatinische Bauer, der auf den Weinbau ange
wiesen ist, in schlechten finanziellen Verhältnissen, er mußte für geliehene
Gelder 20o/o und mehr, in einzelnen Fällen sogar 50o/o bezahlen. Als dieser
Preis infolge des italienischen Handelsvertrages (und ich darf wohl hinzu
fügen, auch infolge der Abnahme der französischen Nachfrage, als in Frankreich
die Zerstörungen der Phylloxera gut gemacht waren) sank, die Weinkultur zudem
wegen Bekämpfung der Peronospera kostspielig wurde und im Norden von
Dalmatien auch noch die Phylloxera die Weingärten zerstörte — trat die Kata
strophe ein; ganze Dörfer, ja ganze Bezirke wurden bankerott. Um diese
Zeit blühte in Neuseeland das Ausgraben des Dammaraharzes. Viele der durch
die Krisis zu Schaden gekommenen Gläubiger borgten ihren Schuldnern als
ein letztes Mittel das Geld zur Überfahrt nach Neuseeland, jetzt begann Geld