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alle Güter in gleicher Weise zu belasten, diejenigen, welche im Inland dringend
zum Aufschwung nötig sind und daselbst gar nicht erzeugt werden, ebenso wie
die, welche im Inland erzeugt werden.
Wir sehen, daß die Bedeutung der Goldwährung auf internationalem Gebiet
liegt. Der Goldschatz der Bank, der Bestand an Golddevisen ermöglicht, im Aus
lande den Kurs des österreichischen Geldes zu beeinflussen, vor allem aber vermag
die Bank dem Staat in schweren Zeiten beizuspringen. Insbesondere in.
Kriegszeiten ist der Bestand an Auslandszahlungsmitteln
begreiflicherweise von hervorragender Bedeutung. Wenn
allgemeines Mißtrauen herrscht, kann man nur für Gold im Ausland sicher Waren
erhalten.
Suchen wir uns nun von der geschilderten Tätigkeit der österreichisich-
ungarischen Bank ein Bild zu machen. Ich möchte dabei bemerken, daß den-
artige Maßnahmen den Bankpraktikem des 18. Jahrhunderts wohl vertraut waren,
und daß in der Metternichschen Periode die österreichischen Wechselkurse im
Auslande durch staatliche Beeinflußung gehalten wurden. Heute haben bereits
viele Notenbanken sich daran gemacht, die Wechselkurse zu regeln, insbe
sondere auch die Deutsche Reichsbank. Ich nehme an, wir hätten drei Länder
gegeben, Österreich-Ungarn und einen Nachbarstaat, die beide Devisenpolitik
treiben, und einen dritten Staat, an dessen Bürger die Zahlungen in effektivem
Gold geleistet werden müssen. Ich verwende wieder unsere bisherige Schema
tisierungsmethode, indem ich die Bilanz jedes Individuums und jeder Noten
bank laufstelle. Tabelle XV zeigt uns alle Individuen im Besitze von Gütern:
gl, g2, g3, g4, gs, ge, g?, gg, gg, gio und das Individuum D überdies im Besitze
von Gold (Zeichen Q). Zunächst beschaffe sich die inländische Notenbank Gold
gegen Noten.
Die jetzt zirkulierende Notenmenge n^ wäre als voll gedeckt zu charakteri
sieren. Nun nehmen wir an, daß ähnlich, wfie wir dies 'bei Besprechung des
Fullartonschen Prinzips angenommen haben, ein Individuum C gegen einen in
sieben Zeitteilen fälligen Wechsel Wj von E das Out g^o bezieht. Die Wechsel
forderung des E erscheint als Aktivum, die Wechselscnuld des C als Passivum.
Um sich Waren von D kaufen zu können, diskontiert E seinen Wechsel bei
der Notenbank und erhält dafür gleichfalls Noten. Die zirkulierende Notenmenge
n^ Hg wäre, wenn wir alle in der Tabelle vorkommenden Einheiten g, n, w, d,
als gleich groß in bezug auf ihre Preishöhe annehmen, zur Hälfte durch Gold,
zur Hälfte durch Wechsel gedeckt. E kauft nun gg von D mit Hilfe von ng.
D selbst kaufe wieder mit Hilfe der zwei Notenmengen zwei Warenmengen von
B, Nun betrachten wir aber auch den internationalen Warenverkehr. A exportiere
die Ware gg nach dem Auslande II. X zahle mit einer (n neun Zeitteilen fälligen
Devise d^. Diet von A erworbene Forderung fungiert natürlich unter den Aktien,
während X nun belastet erscheint. A benötigt Geld, um sich Waren anzuschaffen,
und verkauft die Devise an die eigene Notenbank, deren Notenumlauf nun zu
Ug mit Gold wäre. Mit der Notenmenge ng kauft sich nun A bei C die Ware gg.
C ist dadurch in die L%e versetzt, die eben fällige Wechselschuld zu bezahlen.
C erhält seinen Wechsel Zurück und gibt die Noten Ug an die Bank ab. Während
in dem Beispiel Tabelle X die Noten, welche bei "der Wechseldiskontierung aus
gegeben wurden, wieder zur Bank zurückkehrten, sind es diesmal Noten, die
aus anderen Geschäften herrühren, mit denen C seine Wechselschuld bezahlt.
Sie sind gelegentlich eines Devisenkaufes emittiert worden. Die Notenbank merke
nun, daß der Inlandsmarkt Auslandsware benötige. B suche bereits zwei Devisen
mengen, um zwei Rohstoffmengen zu beschaffen, die für den Betrieb seinies
Unternehmens notwendig sind. Es ist aber nur eine Devisenmenge im Inlande
vorhanden, die durch Export von gg hereingekommen ist. Die Notenbank kann
nun, um diese Devisenmenge zu beschaffen, ihr Gold exportieren. Es gelangt
direkt oder auf Umwegen in die Notenbank des Auslandes II. Die Noten der
inländischen Notenbank wären jetzt metallisch überhaupt ungedeckt, wohl aber
wären sie durch Devisen vollgedeckt, ein Zustand, der auf Grund der Statuten
der österreichisch-ungarischen Bank unzulässig ist. B kaufe nun diese zwei
Devisenmengen mit Hilfe von zwei Noteumengen n^ und n,, die eine stammt