Von einem Gesamtflottenbestand von 29 092 Schiffen mit 62 671 937
Bruttoregistertonnen sind 7247 Schiffe mit 8805 712 . Bruttoregister-
tonnen mehr als 25 Jahre alt, im Prozentsatz also 14,06%. Hierbei
muß beachtet werden, daß ein starker Prozentsatz des Abganges an
Schiffen durch Seeunfall regelmäßig erfolgt, also die physische Lebens-
dauer des Eisens, welches zu diesen Schiffen verwandt war. bestimmt
nicht erschönft war.
Zweitens muß berücksichtigt werden, daß diese Zahlen, welche auf
das Jahr 1926/27 abgestellt sind, eine ganz erhebliche Einschränkung
durch die Kriegsereignisse erlitten haben, dergestalt, daß die Haupt-
schiffahrtsländer, wie Großbritannien mit Kolonien, die Vereinigten
Staaten, Frankreich und andere durch den Kriegsverlust und Neuersatz
eine verhältnismäßig starke Verjüngung ihrer vorhandenen Flotte er-
fahren haben. Hieraus müßte geschlossen werden, daß der Prozentsatz
der über 25 Jahre alten Schiffe bedeutend, wahrscheinlich normalerweise
donpelt so hoch sein würde.
Von Bedeutung dürfte auch eine vor kurzem durch den Leiter des
Germanischen Lloyd dem Unterzeichneten gemachte Mitteilung sein,
daß die eisernen Schiffe, welche in Deutschland in den 80er und 90er
Jahren vorigen Jahrhunderts gebaut wurden, praktisch unverwüstlich
wären und auch heute noch trotz schärfster Kontrolle keine Ausrangie-
rung bezüglich ihrer Gebrauchsfähigkeit für die Seefahrt rechtfertigen
würden.
Wir können daher unsere Antwort nur dahin zusammenfassen, daß,
soweit das in der Seeschiffahrt verwandte Eisen- und Stahlmaterial in
Frage kommt, eine 25 jährige Lebensdauer viel zu niedrig ist.
Wir gestatten uns, den von uns angefertigten Auszug, aus dem
obige Zahlen ersichtlich sind, dieser Auskunft beizufügen.
Was schließlich die Frage wegen der Abwrackindustrie angeht, so
haben wir darauf zu erwidern, daß diese Tätigkeit sich in den letzten
Jahren ganz außerordentlich vermindert hat. Eine ganze Anzahl von
lediglich zu diesem Zwecke, alte Kriegs- und Handelsschiffe abzu-
wracken, eingerichteten Unternehmungen sind stillgelegt, und auch die
Nebenbeschäftigung, welche eine Anzahl von Schiffswerften mangels
anderer Aufträge sich durch Abwracken zu verschaffen suchte, hat mehr
und mehr abgenommen, so daß nach unserer Kenntnis der Entfall von
Schrott aus dem Abwracken von Schiffen keine große Bedeutung mehr
für den Gesamtentfall von Schrott besitzt.
Die Kosten des Abwrackens sind durch die starken Lohnerhöhungen,
welche seit Beendigung der Inflation dazu geführt haben, daß heute die
Löhne bedeutend über den Friedensstand und besonders gegen die Zeit
bei Stabilisierung der Mark gestiegen sind, auch ohne Frage die Ur-
sache, daß die Tätigkeit des Abwrackens mehr und mehr verschwindet.
Der Erlös soll in vielen Fällen kaum die Anschaffungs- und' Verschlep-
pungskosten gedeckt haben, so daß jeder Anreiz verloren gegangen ist.
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