Full text : Die Arbeiterfrage

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So  ich  mit  dem  Bohrhammer  arbeite,  verspüre  ich,
daß  das  Herz  viel  schneller  anfängt  zu  schlagen,
die  ganze  Organe  mehr  aufgeregt  sind,  als  gewöhnlich, ­
  daß  die  Glieder  nach  einer  Weile  anfangen  zu
flattern,  und  ich  nach  ein  paar  Stunden  sehr  müde
bin,  bei  Sohlenbohrlöcher  ist  es  nicht  so  schlimm,
weil  dann  der  Bohrhammer  Auflager  hat,  sodaß  sich
derselbe  viel  leichter  drücken  läßt.  (2.)  [B.  S.]
Ich  verspüre  an  meinem  Körper  teilweise  Beschwerden, ­
  die  darin  bestehen.  I.  Brustweh,  Knochenreißen, ­
  teilweise  Reumatismus,  Kopfweh.  Das
Eintreten  der  Müdigkeit  richtet  sich  zum  größten
Teil  nach  den  Luftverhältnissen  unter  Tage.  Sonst
werde  ich  nach  6  Stündiger  kräftiger  Arbeitszeit  sehr
müde.  (1.  t.)  [B.  Schles.]
Wenn  es  Schicht  ist,  dann  bin  ich  eigentlich  nicht
mehr  müde,  dann  bin  wrak.  (3.  t.)  [B.R.]
5  Stunden.  Bin  den  am  ganzen  Körper  abgemüdet
und  habe  alle  Kräfte  ausgeschwitzt.  (3.  t.)  [B.  S.]
Mir  hat  der  Bergbau  schon  gewaltig  mitgespielt.
Ich  habe  oft  in  kalter  Temperatur  völlig  durchnäßt
stundenlang  arbeiten  müssen  und  oft  gefroren,  daß
mir  die  Zähne  klapperten.  Anderseits  habe  ich  bei
30—35%  Celsius,  oft  ganz  nakt  schwer  schuften
müssen,  (i.t.)  [B.  R.]
Hier  läßt  sich  schwer  eine  bestimmte  Zeit  angeben,
da  die  Ermüdung  nicht  immer  gleich  früh  eintritt.
Die  Intensität  der  Arbeit,  die  Beschaffenheit  der

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Luft  u.s.f.  ist  auf  den  einzelnen  Arbeitsstellen  ungeheuer ­
  verschieden,  ebenso  schwankt  doch  das
körperliche  Wohlbefinden  infolge  äußerer  Einflüsse
nicht  unbedeutend.  (2.  t.)  [B.  R  ]
Auch  dieses  ist  wieder  so  eine  merkwirdige  Frage!
Zugegeben  daß  verschiedene  Arbeit  den  Geist  mehr
anspornt  aber  Müde?;  ist  jeder  Bergman  der  halbwegs ­
  seine  Schuldigkeit  gethan  hat.  Nach  wieviel
Stunden  Arbeit  die  Müdigkeit  eintritt  ist  nicht  zu
beantworten,  da  ein  Unparteiischer  am  Zechenthor
beobachten  kann  mit  welch  schleppenden  Gange
die  Kumpels  schon  zur  Arbeit  kommen,  also  die
Glieder  von  einem  Tag  zum  andern  gar  nicht  ausruhen. ­
  (1.)  [B.  Schles.]
Ich  habe  mir  Eingearbeitet.  Aber  nach  4  Stunden
bin  ich  gewöhnlich  Ermüdet.  (4.  t.)  [B.  Schles.]
Mann  gewöhnt  sich  an  die  tägliche  Arbeit.  Wenn
nur  die  Antreiberung  nicht  zu  sehr  überhand  nimmt,
so  wird  auch  jeder  gerne  Arbeiten.  Wenn  mann
7—8  Stunden  gearbeitet  hat,  so  hat  mann  auch  genug
davon,  und  sehnt  sich  nach  Ruhe.  (2.)  [R.  S.]
Weil  wir  in  einem  Flötz  von  nur  1  M.  Höhe  arbeitenhat ­
  man  eben  nach  wenigen  Stunden  Rückenschmerzen. ­
  Weil  die  Arbeit  nicht  immer  gleichmäßig ­
  anstrengend  ist,  kann  von  einer  gewöhnlichen ­
  Ermüdung  keine  Rede  sein.  Ist  die  Arbeit
aber  sehr  anstrengend  und  wenig  Luft  vorhanden
die  Temperatur  sehr  warm,  dann  in  1—2  Stunden.
(2.)  [B.R.]
            
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