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dehnte Reproduktion in einer Wirtschaft umso enger, je mehr
sich diese dem Typus einer isolierten Wirtschaft nähert. Die
vervollkommneteren Werkzeuge, die die Arbeitsproduktivität bedeutend
erhöhen, können hier keine Verwendung finden, da die
mittels dieser gewonnene Produktenmasse in der Wirtschaft
nicht verbraucht werden könnte. Die Wirtschaft strebt innerhalb
der Grenzen des eigenen Konsums nach Kraftersparnis.
Eine typische isolierte Wirtschaft befindet sich im Zustande
des stabilen Gleichgewichts, solange sie isoliert bleibt. Eine
arme Familie kann sogar, wenn es unmöglich ist, die Wirtschaft
auszudehnen, einen relativen Wohlstand erreichen, wobei
an Stelle der ausgedehnten eine einfache Reproduktion
tritt. Diese Stabilität verursacht aber (obgleich selbst
dadurch hervorgerufen) eine Beschränktheit der Bedürfnisse, die
durch die Erzeugnisse der eigenen Wirtschaft gedeckt werden,
und führt zum Stocken in der Entwickelung der Bevölkerung.
Neue Bedürfnisse können nur durch andere Wirtschaften hervorgerufen
und gedeckt werden; dadurch aber wird das stabile
Gleichgewicht der Wirtschaft gestört . . .
Noch vor kurzem konnte man in Sibirien solche Bauernwirtschaften
treffen, bei denen Getreide in den Speichern 20 und
mehr Jahre unberührt lag. Die Bedürfnisse wurden mittels einfacher
Reproduktion gedeckt, während die Überschüsse aus den
reichen Ernten lange liegen blieben. Mit der Zunahme der
Familienmitglieder teilt sich die Familie, aber auch jede einzelne
neue Familie dehnt ihre Produktion nur entsprechend ihrem allgemeinen
Wachstum aus. Erst mit der Entwickelung des Warentausches
wird die Möglichkeit gegeben, die Produktion grenzenlos
auszudehnen, da die Produkte auf dem Markte abgesetzt
werden können.*)
*) Dem Typus einer isolierten Wirtschaft nähert sich in bezug auf
die Reproduktion sehr die bäuerliche „Ernährungswirtschaft“, die aus
sozialen Gründen weder die Produktivität der Arbeit erhöhen, noch
die Produktion ausdehnen kann. Dem Wesen nach stellen aber diese
beiden Wirtschaften zwei verschiedene Typen dar, da die Stabilität der
„Ernährungswirtschaft“ durch die ungünstigen Bedingungen ihrer Entwicklung
bestimmt wird. Siehe darüber meine „Agrarfrage“.