Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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Bedürfnis  nach  diesem  intermunizipalen  Handel  rühren  mag,
der  die  alte  Gewerbeverfassung  zerstörte.
Ebenso  ungenügend  ist  Bûchers  Hinweis  auf  die  Änderung
im  volkswirtschaftlichen  Bedarf,  die  diese  Umwälzung  zum
großen  Teil  hervorgerufen  haben  soll.  Denn  Bücher  erklärt
nicht,  warum  diese  Änderung  des  Bedarfs  stattgefunden  hat.
Es  erscheint  unglaubhaft,  aber  es  ist  dennoch  eine  Tatsache,
daß  die  große  Enquete  des  Vereins  für  Sozialpolitik  weniger  Anhaltspunkte ­
  für  die  Lösung  dieser  Frage  darbietet,  als  die  Untersuchung ­
  über  die  Kustarbetriebe  im  Gouvernement  Saratow,  die
1901  unter  meiner  Leitung  vorgenommen  wurde.  Auf  Grund
dieser  Untersuchung  lassen  sich  folgende  Tatsachen  konstatieren:
Als  erste  Form  des  Handwerks  erscheint  die  Arbeit  auf  Bestellung, ­
  die  Produktion  für  den  unmittelbaren  Konsumenten.
Der  Handwerker  kennt  noch  keine  Arbeit  für  den  Markt,  arbeitet
bloß,  soweit  er  Aufträge  erhält.
Gewisse  Gewerbezweige,  obwohl  sehr  frühe  entstanden,  behalten ­
  immer  noch  ihre  ursprüngliche  Form.  Andere  dagegen
sind  schon  zur  nächsten  Entwicklungsphase  übergegangen,  zur
Marktarbeit.  Wieder  andere  bilden  die  Kustargewerbe,  die  für
einen  umfangreichen  und  unbestimmten  Markt  arbeiten,  obgleich
sie  eine  gewisse  Selbständigkeit  dem  Großkapital  gegenüber  noch
behalten.  Schließlich  nahmen  einige  die  Form  der  kapitalistischen ­
  Hausindustrie  (des  Verlagssystems)  an.  Eine  genaue  Untersuchung ­
  all  dieser  Gewerbeformen  gestattet  uns,  die  Wirtschaftstypen ­
  in  ihren  verschiedenen  Entwicklungsstufen,  sowie  die  Ursachen ­
  kennen  zu  lernen,  die  den  Übergang  von  einer  Form  zu
der  anderen  hervorgerufen  haben.
Die  Bestellungsarbeit  kommt  in  zweierlei  Formen  vor.  Entweder ­
  arbeitet  der  Handwerker  in  seiner  eigenen  Betriebsstätte
auf  Bestellung  der  Nachbarn,  oder  er  geht  ins  Haus  des  Bestellers. ­
  In  beiden  Fällen  arbeitet  der  Handwerker  gewöhnlich
an  dem  Material  seines  Kunden.
Heute  kann  man  nur  in  den  abgelegenen  Gegenden  solche
Handwerker  finden,  die  für  ihre  Arbeit  in  natura  entlohnt  werden. ­
  Bloß  einzelne  Handwerker,  wie  Böttcher  und  Schaffell-
            
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