Die Gruppe der Unentwegten
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Anteil zum Tausch einbringt 1 ). In diesem neuen Staate, der
sich bereits über den größten Teil der Erde erstreckt, verkehren
Produkte, Kapitalien und Arbeitsverkäufer aller Nationen. Diese
haben aufgehört, vom Auslande unabhängig zu sein; zum Er
satz dafür werden sie durch die Solidarität der Interessen, welche der
Tausch verkehr zwischen ihnen begründet, und zwar umsonst, vor
den Gefahren bewahrt, gegen welche das Schutzzollsystem sie
unter großen Kosten schützen sollte. Dieses System hemmt aber,
wo es andauert, die Schaffung und Ausdehnung der Interessen
solidarität, in der allein ein wirksamer Schutz für die allge
meine Sicherheit liegt. In der neuen Lage der Dinge, die für
Produkte, Kapitalien und Arbeit einen Weltmarkt geschahen
hat, ist der Schutzzoll ein Hemmnis für den Fortschritt und
die Entwicklung der Industrie und eine Ursache der Verarmung
und Dekadenz derjenigen Nationen, welche ihm treu bleiben.
Früher hatte die Verteuerung des Konsums, die das
Schutzzollsystem bewirkte, eine doppelte Kompensation : einmal
in der Sicherheit der Verproviantierung, welche die Unabhängig
keit vom Ausland mit sich brachte, dann in der Verwendungs
gelegenheit, welche es den disponiblen Arbeitskräften und Ka
pitalien im Inland sicherte. Heute, wo die Interessensolidarität
der Völker die Verproviantierung kostenlos sichert, wirkt das
Schutzzollsystem, da es die Ausdehnung des internationalen
Handels hemmt, der Sicherheit der Verproviantierung eher ent
gegen. Ebenso verringert es, indem es die inländischen Kapi
talien und Arbeitskräfte im Lande festhält, die Verwendungs
gelegenheit derselben.
Es ist darum notwendig geworden, die politischen, mora
lischen und wirtschaftlichen Gesetze und Einrichtungen, welche
den Kriegszustand und die davon beeinflußte Handelspolitik
künstlich aufrecht erhalten, zu beseitigen. Dieses zu veranlassen,
ist die Aufgabe der Nationalökonomie. Zwar würden die wirt
schaftlichen, politischen und moralischen Probleme, welche die
Schaffung des Friedenszustandes stellt, unter dem Antrieb der Ge
setze der Kraftersparnis und der Konkurrenz auch ohne die
Dazwischenkunft der Wissenschaft gelöst, aber nur auf dem
Wege kostspieligen Tastens und Versuch ens. Letzteres erspart die
b ibid. p. 33.
de Wall a, Die Nationalökonomie in Frankreich.
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