Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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wie innerhalb der Stadt existierte, der eine viel größere Bedeu 
tung hatte als der Handel mit auswärtigen Waren, zog das Han 
delskapital diesem inneren Warenaustausch den Handel zwischen 
einzelnen Ländern mit seiner räuberischen Ausbeutung vor. „Im 
Altertum hatten die Kaufleute ein Monopol auf dem Markte. Der 
Mittelmeerhandel kann nach der jeweiligen Herrschaft einzelner 
Nationen, der Phönicier, der Griechen und Karthager, in 
Perioden eingeteilt werden. Sowohl die griechischen Städte als 
auch die Karthager (wie auch die italienischen, holländischen 
und englischen Städte . .) sicherten sich stets dort, wohin sie ge 
langten, Monopol auf den Handel, Ebenso handelten die römi 
schen Kaufleute, insbesondere in Europa, wo sie keine Konkurren 
ten fanden. Die Kaufleute reisten gewöhnlich in Karawanen; da 
sie ein Ganzes bildeten, so bestimmten sie auch gemeinsam die 
Warenpreise und ließen keine Konkurrenz unter sich auf- 
kommen.“ *) 
„Die Lateiner brachten nach Alexandrien öl aus Andalusien, 
von den Balearen und aus Tunis, Honig aus Kreta, Seife aus 
Genua, Venedig, Pisa und Gaeta, Stahl, Blei, Eisen, Kupfer, Zinn 
und noch viele andere Waren.“**) 
So beschränkte sich der Handel hauptsächlich auf exotische 
Waren, die aus natürlichen Gründen nur in einer bestimmten 
Gegend erzeugt werden konnten. 
Eben weil man solche Waren bedeutend über ihrem Wert 
absetzen konnte, zogen die Kaufleute dem inneren Tauschverkehr 
den Handel mit diesen exotischen Waren vor. Weil die Kauf 
leute noch außerstande waren, die Waren unter ihrem Wert zu 
kaufen, suchten sie diese über ihrem Wert abzusetzen. 
„Solange,“ sagt Marx, „das Handelskapital den Produkten 
austausch unentwickelter Gemeinwesen vermittelt, erscheint der 
kommerzielle Profit nicht nur als Übervorteilung und Prellerei, 
*) Kulischer, Die Evolution des Kapitalprofits (russ.), Bd. 1, S. 128. 
**) Ad. Beer, Allg. Geschichte des Welthandels, Bd. 1, S. 184, Wien 
1860. Nach England brachten die Kaufleute Purpur, Tuch, kostbare 
Steine, Gold, Gewänder, Schminke, Wein, öl, Elfenbein, Messing, Kupfer, 
Zinn, Schwefel, Glas usw. Ashley, a. a. O. Bd. I, S. 70.
	        
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