Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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er  dem  Kaufmann  nicht,  die  Konsumenten  auszubeuten.  Um
einen  hohen  Profit  zu  erhalten,  muß  der  Kaufmann  mit  auswärtigen ­
  Waren  handeln  oder  einheimische  nach  dem  Ausland
bringen,  um  sie  dort  weit  über  ihrem  Wert  verkaufen  zu  können.
Die  Geschichte  der  Preisbewegung  gestattet  leider  nicht,  die
Änderungen  in  den  Preisen  der  Handwerker-  und  Kustarerzeugnisse
  festzustellen.  Nur  wenige  Angaben  können  wir  hier  anführen. ­

Es  ist  bekannt,  daß  die  Umwandlung  des  Handwerks  in
Kustarbetriebe  am  frühesten  im  Tuchgewerbe  vor  sich  gegangen
war.  Es  wurde  schon  erwähnt,  daß  diese  Umwandlung  schon
im  Mittelalter  stattgefunden  hatte.*)  Schon  zu  dieser  Zeit  wird
das  Tuch  nach  den  entferntesten  Märkten  gebracht.  Nun  mußte
dieser  Prozeß  dazu  führen,  daß  die  Tuchpreise  sanken:  die
Zwischenhändler,  die  bei  Kustari  das  Tuch  abnahmen,  konnten ­
  es  auch  billiger  verkaufen  als  die  Handwerker,  da  die
Zwischenhändler  das  Tuch  unter  seinem  Arbeitswert  erhielten.
Und  in  der  Tat  sehen  wir,  daß  die  Tuchpreise  noch  lange  vor
der  Einführung  neuer  technischer  Verbesserungen  relativ  sinken,
obgleich  die  Wollpreise  gleichzeitig  steigen.  So  waren  die
Preise:**)
Frankreich
1451/1500  1501/25  1551/75  1601/25  1651/1675
Tuch  III.  Qualität  .  100  108  137  95  70
Gesamtdurchschnitt  100  136  174  189  227
Münster
1501/20  1521/50  1551/60  1603/52  1653/1720
Tuch  94  93  92  —  —
Gesamtdurchschnitt  97  123  148  —  —
England
1501/20  1511/50  1551/60  1603/52  1653/1720
Tuch  113  106  134  (105)  (121)
Gesamtdurchschnitt  101  105  159  223  356
(  '1%*)  Schon  unter  Karl  dem  Großen  hat  der  Tuchhandel  einen  großen
Umfang  angenommen.  Siehe  Dschivigelew,  Der  Handel  in  Westeuropa
(russ.).  S.  Pet.  1904.  S.  25.
**)  G.  Wiebe,  Zur  Geschichte  der  Preisrevolution  im  16.  bis  17.  Jahrh.,
1895.  S.  379—386.
            
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