Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

159

stellt,  die  Masse  der  Waren  wird  im  großen  und  ganzen  nach
ihrem  Arbeitswert  ausgetauscht  werden,  da  jeder  Käufer,  der
doch  gleichzeitig  als  Verkäufer  auftritt,  danach  strebt.
Die  Zunahme  des  Tausch  Verkehrs  mit  Waren,  die  in  dem
eigenen  Rayon  hergestellt  und  nach  ihrem  Arbeitswert  ausgetauscht ­
  werden,  fördert  die  Entwicklung  der  Tausch-  und  Verkehrsverhältnisse, ­
  so  daß  auch  die  Waren,  die  früher  über  ihrem
Wert  verkauft  wurden,  nunmehr  zu  ihrem  Arbeitswert  abgesetzt
werden  müssen.  Denn  das  Handelskapital  müßte  sonst  den  Verkehr ­
  mit  diesen  „exotischen“  Waren  ausdehnen,  bis  die  Konkurrenz ­
  den  Profit  der  Kaufleute  auf  den  Durchschnitt  herabdrücken
würde.
Hört  aber  die  Ausbeutung  der  ländlichen  Bevölkerung  durch
das  Handelskapital  auf,  wenn  der  Warenverkehr  sich  dem  Austausch ­
  von  Äquivalenten  nähert?
Nehmen  wir  zunächst  zum  Beispiel  den  Austausch  von  Produkten ­
  unter  selbstständigen  Produzenten  —  zwischen  einem
Handwerker  und  einem  Ackerbauer.  Der  Handwerker,  der
Schuhe  (einschließlich  des  Rohmaterials)  in  10  Stunden  verfertigt, ­
  tauscht  sie  gegen  5  Scheffel  Getreide  aus,  deren  Produktion ­
  ebenfalls  10  Stunden  Arbeit  erfordert.  Jeder  erhält  somit
das  volle  Äquivalent  seiner  Arbeit.
Welche  Änderung  tritt  in  diesem  Tausch  Verhältnis  ein,  wenn
das  Handelskapital  zwischen  diesen  Produzenten  auftritt?
Es  wurde  schon  darauf  hingewiesen,  daß  der  Kapitalprofit  in  den
ersten  Zeiten  dadurch  gebildet  wird,  daß  der  Kaufmann  die  Ware
über  ihrem  Wert  verkauft.  Im  angeführten  Beispiel  ist  es  aber
unmöglich,  weil  jeder  dieselben  Waren  zu  ihrem  wirklichen
Werte  kaufen  kann.  Der  Kaufmann  muß  sie  deshalb  nach  entfernten ­
  Gegenden  ausführen,  um  sie  zu  höheren  Preisen  abzusetzen. ­
  Nur  auf  diese  Weise  kann  er  die  ländliche  Bevölkerung ­
  ausbeuten.  Erst  die  Entwicklung  des  Kustargewerbes  gibt
den  Handelsleuten  die  Möglichkeit,  die  Waren  unter  ihrem  Wert
zu  erhalten  und  auch  am  Orte  ihrer  Erzeugung  mit  Profit  zu  verkaufen. ­
  So  entwickelt  sich  ein  Handel  auch  in  Produkten  des
Massenkonsums.  Nach  dem  Profit  in  diesen  Handelszweigen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.