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stellt, die Masse der Waren wird im großen und ganzen nach
ihrem Arbeitswert ausgetauscht werden, da jeder Käufer, der
doch gleichzeitig als Verkäufer auftritt, danach strebt.
Die Zunahme des Tausch Verkehrs mit Waren, die in dem
eigenen Rayon hergestellt und nach ihrem Arbeitswert ausge
tauscht werden, fördert die Entwicklung der Tausch- und Ver
kehrsverhältnisse, so daß auch die Waren, die früher über ihrem
Wert verkauft wurden, nunmehr zu ihrem Arbeitswert abgesetzt
werden müssen. Denn das Handelskapital müßte sonst den Ver
kehr mit diesen „exotischen“ Waren ausdehnen, bis die Konkur
renz den Profit der Kaufleute auf den Durchschnitt herabdrücken
würde.
Hört aber die Ausbeutung der ländlichen Bevölkerung durch
das Handelskapital auf, wenn der Warenverkehr sich dem Aus
tausch von Äquivalenten nähert?
Nehmen wir zunächst zum Beispiel den Austausch von Pro
dukten unter selbstständigen Produzenten — zwischen einem
Handwerker und einem Ackerbauer. Der Handwerker, der
Schuhe (einschließlich des Rohmaterials) in 10 Stunden ver
fertigt, tauscht sie gegen 5 Scheffel Getreide aus, deren Produk
tion ebenfalls 10 Stunden Arbeit erfordert. Jeder erhält somit
das volle Äquivalent seiner Arbeit.
Welche Änderung tritt in diesem Tausch Verhältnis ein, wenn
das Handelskapital zwischen diesen Produzenten auftritt?
Es wurde schon darauf hingewiesen, daß der Kapitalprofit in den
ersten Zeiten dadurch gebildet wird, daß der Kaufmann die Ware
über ihrem Wert verkauft. Im angeführten Beispiel ist es aber
unmöglich, weil jeder dieselben Waren zu ihrem wirklichen
Werte kaufen kann. Der Kaufmann muß sie deshalb nach ent
fernten Gegenden ausführen, um sie zu höheren Preisen abzu
setzen. Nur auf diese Weise kann er die ländliche Bevölke
rung ausbeuten. Erst die Entwicklung des Kustargewerbes gibt
den Handelsleuten die Möglichkeit, die Waren unter ihrem Wert
zu erhalten und auch am Orte ihrer Erzeugung mit Profit zu ver
kaufen. So entwickelt sich ein Handel auch in Produkten des
Massenkonsums. Nach dem Profit in diesen Handelszweigen