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muß die Produktivkräfte in seiner Wirtschaft so einteilen, daß er
seine Bedürfnisse möglichst gut befriedigen kann, und zwar vor
allem die notwendigsten.
Um die Einteilung der Produktivkräfte in der Naturalwirt-
wirtschaft zu illustrieren, wollen wir das Schema anwenden, das
Menger ganz willkürlich zum Aufbau seiner Werttheorie ge
braucht.*) Wenn wir die Bedürfnisse einer Wirtschaft nach
ihrer Wichtigkeit einteilen (wir bezeichnen diese Einteilung durch
römische Ziffern, so beispielsweise das Nahrungsbedürfnis als
I, das Wohnungsbedürfnis als II usw., während wir die Reihen
der Bedürfnisse dem Grade ihrer Dringlichkeit gemäß durch ara
bische Zahlen bezeichnen), so erhalten wir folgende Tabelle:
V VI VII
4 2 1
1 1 0
0 0
II III IV
9 7 5
6 5 2
3 3 1
2 2 0
1 0
1
10
8
5
4
3
2
1
0
0
Das erste Bedürfnis, beispielsweise das Bedürfnis nach
Nahrung, ist das wichtigste, und solange es nicht befriedigt wird,
ist seine Dringlichkeit gleich 10. Je mehr Getreide aber produziert
wird, umso geringer wird das Bedürfnis danach. Wenn die ersten
10 Doppelzentner Getreide dazu dienen, den Hunger zu stillen,
und das dringende Bedürfnis nach diesem Getreide als das höchste
zu betrachten ist, so können die nächsten 100 Doppelzentner nur
als Viehfutter benutzt werden, und der Grad ihrer Notwendigkeit
sinkt auf 8. Die nächsten 100 Doppelzentner, die als Geflügelfutter
dienen, befriedigen noch weniger dringliche Bedürfnisse usw.
*) Leider geht die Mengersche Schule bei der Analyse der wirt
schaftlichen Erscheinungen vom Standpunkte eines Krämers aus. Statt
eine gesellschaftliche Produktion und Wirtschaft zu analysieren, be
trachtet sie diese als privatwirtschaftliche Erscheinungen. Das führt
sie zu dem unfruchtbaren Versuch, den Wert der Produkte durch
deren Grenznutzen zu bestimmen. Ausführlicher darüber unten.