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aller Liebesgaben der Regierung, ihre Ländereien an Kaufleute,
Kleinbürger und Bauern abtreten muß, die adligen Gewohnheiten
weder geerbt noch sich angeeignet haben.
In der schnellen Ablösung des adligen Grundbesitzes durch den
Grundbesitz der Kaufleute und Bauern sehen wir einen Prozeß der
Auswahl von Personen, die fähig sind, die Mission der Kapital
anhäufung zu übernehmen, einen Prozeß, der auch stets in der
Klasse der Kapitalisten stattfindet, wo er eine Verlangsamung des
Akkumulationsprozesses, die durch die Einschränkung des fixen
Kapitals und die Steigerung des persönlichen Konsums der Kapi
talisten eintreten könnte, verhindert. Der Konsum der Kapitalisten
steigert sich stets nur auf Kosten des Anteils, den die Arbeiter
klasse aus dem vermehrten Nationaleinkommen erhält, und auf
Kosten des schnellen Wachstums des letzteren.
Vermag sich aber der Arbeitslohn zu steigern, ohne die Pro
duktion zu beeinträchtigen, ohne zu einer Einschränkung der
selben durch die Konkurrenz der billigeren ausländischen Pro
duktion zu führen? Da der Arbeitslohn nicht gleichzeitig in allen
Produktionszweigen zunimmt, sondern nur dort, wo die Arbeiter
organisiert sind und ihre Interessen leichter verteidigen können,
so wird die Erhöhung des Arbeitslohnes in einem solchen Produk
tionszweig zu einem relativen Sinken der Profitrate und zu einem
Abfluß des Kapitals in andere Produktionszweige führen.
Der Kampf der Arbeiter um die Aufbesserung ihrer Lage steht
noch in den ersten Stadien seiner Entwicklung. Indessen dringt
der Gedanke immer mehr in ihr Bewußtsein, daß dieser Kampf
die Interessen der Arbeiter der ganzen Welt aneinanderkettet. In
dem Maße, wie sich der internationale Verkehr und die ökono
mische Abhängigkeit der Länder voneinander entwickeln wird,
wird die Notwendigkeit der gemeinsamen Aktion der Arbeiter aller
kapitalistischen Länder, selbst im ökonomischen Kampfe, immer
deutlicher hervortreten. Wahrscheinlich werden wir in der näch
sten Zukunft Zeugen internationaler Vereinbarungen im ökono
mischen Kampfe und einer erweiterten Tätigkeit der internatio
nalen gewerkschaftlichen Bureaus sein.
Vom Standpunkt der Interessen der Arbeiter ist es für sie vor-