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dem ein. Schon zur Steinzeit treten die Tendenzen dieser Ent
wicklung hervor. Aber eine tief- und weitgehende Einteilung der
Produktivkräfte zwischen einzelnen Ländern konnte nur zur Zeit
der Herrschaft der kapitalistischen Produktion mit ihrer ausge
dehnten gesellschaftlichen Arbeitsteilung, Massenproduktion und
ihren entwickelten Kommunikations- und Verkehrsmitteln ein-
treten.
Mit der Verteilung der Produktivkräfte geht auch eine Ver
teilung der Bevölkerung über die Erdkugel vor sich — ein Pro
blem, das den Volkswirten soviel Kopfzerbrechen verursacht. So
wundert sich Issajeff darüber, daß sowohl unter den russichen
Auswanderern nach Sibirien, als auch unter den europäischen,
die nach Amerika übersiedeln, der größte Teil aus Ackerbauern
besteht.
Eben, weil in der Landwirtschaft ein Sinken der Produktiv
kraft bei deren sukzessiven Aufwänden stattfindet, weil die Arbeit
in Gegenden mit extensiver Wirtschaft produktiver ist, verläßt die
ländliche Bevölkerung das dicht bevölkerte Gebiet und siedelt nach
den Kolonien über. Die Ausdehnung der Landwirtschaft in den
Kolonien und die Auswanderung der Bevölkerung bilden zwei
Seiten derselben Erscheinung und bedingen sich gegenseitig. Die
Auswanderung der Bauern wird aber durch den Klassenkampf
auf dem platten Lande, die Besitzergreifung des Bodens durch
einzelne und die starke Ausbeutung der Bauern sehr stark ge
fördert.
Diese Verteilung der Bevölkerung und der Produktion unter
den verschiedenen Ländern bindet diese zu einem Ganzen zu
sammen — zu einer Weltwirtschaft.
Auf gewisser Entwicklungsstufe wandert nicht nur die länd
liche Bevölkerung, sondern auch das Kapital nach Ländern mit
höherer Profitnorm aus.