Object: Geburtenrückgang u. Sozialreform

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D. Bekämpfung des Geburtenrücganges 159 
in deren Anpafıng an die befondern Bedürfnijje der minderbemittelten. 
Samilien. Diefe Aufgabe wird angefichts des mit dem FriedensfHluffe 
fommenden Mangels an Keinwohnungen doppelt dringlich, Cine zwed- 
mäßigere Einteilung und Ausgeftaltung eines. Wohngebäudes, eine Sa- 
nierung der Umgebung, wohnlidjere Ausftattung und Verteilung der 
Räume verlangen oft erheblide Mittel und reide baulide Erfahrung, 
wie fie dem einzelnen Gausbefiker meijtens nicht zur Verfügung ftehen, 
anderjeitz Kann damit oft [Anell und billig mehr erreicht werden als 
mit einem Neubau. 
Große Verdienjte um die KMärung der Wohnungsfrage und die För« 
derung der. Neformbeftrebungen Haben fi die XKleinwohnung 3 
vereine und die Bauberatungsitellen erworben. 
Der ältelte und bedeutendite Meinwohnungsverein it wohl ber von Nheinland- 
‘von Landesrat f Dr. Brandts 1897 gegründet). Gleidhe Vereine beftehen in Hannover, 
Weitfalen (Münfter), Berlin ufw., ebenjo 3. B. in Bayern, Sachfen, Baden, Helfen, 
Württemberg. Befondere Erwähnung verdient aud) der von Pafjtor v. Bodelfchwingh 
begründete deutfhe Verein „Arbeiterheim“ in Bielefeld, Ganz Deutfhland umfaßt 
der „DeutihHe Verein für WohHnungsreform“ (Frankfurt a. M.), unter der tüctigen. 
Selchäftsleitung des Herrn Dr. v. Mangoldt. Speziellere Aufgaben ftellen [ih die: 
„Deutiche Sartenftabtgefellidhaft“ (Schladtenfee) und der „Deutide Verein für. 
Bodenreform“ (von Damafchke begründet). Die meiften Organifationen geben be- 
'ondere Zeitfhriften heraus. EChenfo der „Verband der BaugenoffenfHaften auf Grund 
des gemeinfamen Eigentums“. Alle diefe Vereinigungen Haben fih auch mit befonderm 
Intereffe der Wohnungsfürforge für Knderreidhe Familien angenommen und in eins 
gehenden Beratungen und Denkfehriften (3. B. Weftfalen) geförbert, Um die Pro- 
saganda für ein energifjheres Eingreifen des Reiches wie der Einzeljtaaten zu verftärken 
und eine wirkflame gegenfeitige Fühlung zu fichern, Haben fie und verwandte [ozial 
bolitifhe, gemeinnüßige und Standesorganifationen (Gemwerkjhaften, Beamten- 
vereine uf.) fid) am 19, November 1916 in einem DeutfhHen Wohnungs 
zusfchu fe zufammengefhloffen mit dem Sig in Berlin, 
Die Bauberatungsitellen {tellen fi die befondere Aufgabe, durch VBelehrung und- 
praktildjen Nat dahin zu wirken, daß [owohl zwedmäßig und billig als auch [Hön gebaut 
wird, in möglidhiter Anpaffung an das Lanbfchafts- und Stadtbild. — Um die Bau 
%often, die namentlich nad) dem Kriege ftark fteigen werben, möglichjt Herabzudrüden,. 
wird neueltens der TypenhHaus8b au befürwortet, um damit die Maffjenherftellung 
zewiffer Bauteile zu ermöglidjen. Chenfo foll der Lehmdraht-Stampfbaw 
zen Hausbau fehr vereinfachen und verbilligen.!) Solde Fortfehritte [toßen natürlid 
bei den Bauintereffenten auf Mißtrauen und Widerftand. Da Können die Bauberatungs«: 
tellen Höchft dankenswerte Pionierarbeit leiften, 
Bur Förderung des Wohnungsbaues gehört auch 
4. WohHnungzvermittlung und WoHnungspflege. In 
erfterer Beziehung foll es den Familien durch einen WohHnungsn ad» 
m e 18 erleichtert werden, eine ihren Bedürfnijjen und Mitteln ent/predende 
Wohnung zu finden. Das führt fchon von felbjt zu einer fortlaufenden 
1) Beeg, Des Krieger Weg zum eignen Heim, Wiesbaden 1916, Heimkultur- 
verlag.
	        
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