fullscreen: Tote und lebendige Wissenschaft

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schaft keine Untersuchung der Zwecke selbst sei. — Der Tausch 
wird von Mar Weber im gleichen Sinne wie die Wirtschaft 
rein individualistisch aufgefaßt*); sein Geldbegriff beruht auf 
einem Versuche, eine Art gemäßigteren Metallismus, etwa 
im Sinne der Schule von Karl Menger, mit dem Chartalis 
mus K n a p p s laienhaft zu verbinden (S. 38 ff.). Im 
übrigen werden die Grundbegriffe meistens nur elementar, 
aber doch unter Einführung scharfsinniger, eigenartiger Klassi 
fikationen behandelt, wovon ich nur auf den Begriff der „rech 
nungsfremden Leistungsvergemeinschaftung" Hinweise (S. 88 f.). 
Leider ist auch hier keine Systematik in der Aufeinanderfolge 
der Begriffe und Paragraphen eingehalten, wodurch der Ver 
fasser über das bloße Nebeneinander von Einteilungen fast 
nirgends hinauskommt. Im Ganzen zeigt sich, daß Mar 
Weber kein volkswirtschaftlicher Theoretiker, sondern Historiker 
ist, der sich erst spät mit den tieferen Problemen der Wirtschafts 
theorie vertraut machte. Seine jahrzehntelange Krankheit hat 
ihn daran gehindert, sich jene umfassenden theoretischen Kennt 
nisse anzueignen, die nun einmal für eigene Forschung unent 
behrlich sind. 
3. Die soziologischen Lehrstücke. Geschichte. 
Mehr Selbständiges enthalten dagegen die soziologischen 
Teile des Werkes. Da ist zuerst der Abschnitt „die Typen der 
Herrschaft" (S. 122 ff.), wo rationale, traditionale und charis 
matische Herrschaft als die drei „Jdealtypen" unterschieden 
werden. Doch beruhen, man muß es leider aussprechen, die 
Begriffsbestimmungen von Macht und Hc.ftchaft auf einem 
geradezu naiven Zirkel. „M acht bedeutet jede Chance . . . 
den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen ...." 
„Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl . . . 
*) Siehe S. 36.
	        
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