Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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friedigung der persönlichen Bedürfnisse eine Einschränkung der 
Wirtschaft und schließlich auch der persönlichen Bedürfnisse 
verursachen. 
Dieser Planmäßigkeit in der Verwendung der Arbeitskräfte 
muß sich jedes wirtschaftende Subjekt unterwerfen, und so ergibt 
sich eine bestimmte Verteilung der Produktivkräfte unter einzelne 
Arbeitssphären in verschiedenen Wirtschaftstypen. Eine Vieh 
zuchtwirtschaft weist einen bestimmten Typus der Verteilung der 
Produktivkräfte und eine Ackerbauwirtschaft einen anderen 
Typus auf. Diese Stetigkeit in der Verteilung der Produktivkräfte, 
diese strenge Anpassung an die Zahl der Arbeitskräfte in der Fa 
milie ruft einen Konservatismus der wirtschaftlichen Ordnung, 
seine Widerstandsfähigkeit und eine Unbeweglichkeit der Pro 
duktionstechnik hervor. Die Änderung der Wirtschaftssysteme, 
die durch die Zunahme der Bevölkerung hervorgerufen wird und 
« nach einem harten Kampfe ums Dasein vor sich geht, führt 
auch zu einer Neueinteilung der Produktivkräfte, die durch das 
neue Wirtschaftssystem bedingt wird. 
Die Verteilung der Produktivkräfte bei verschiedenen Wirt 
schaftssystemen zeigt, daß sie unabhängig von der Entwickelung 
der persönlichen Bedürfnisse vor sich geht. Die persönlichen 
Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung sind grösser und viel 
seitiger, als die eines Nomaden. Dennoch nehmen in einer Acker 
bauwirtschaft die wirtschaftlichen Bedürfnisse einen größeren 
Teil der Produktivkräfte in Anspruch als die persönlichen. Folg 
lich hat der Übergang von der extensiven, dank den Natur Verhält 
nissen produktiveren Viehzuchtwirtschaft zu der weniger produk 
tiven, aber intensiveren Ackerbauwirtschaft einen erhöhten Arbeits 
aufwand für die Gegenstände des wirtschaftlichen Bedarfs zur 
Folge. Die Vermehrung der Produktionsmittel steigert aber die 
Produktivkraft der Arbeit, gestattet der ländlichen Bevölkerung, 
obwohl sie mehr Arbeit zur Befriedigung ihrer wirtschaftlichen 
Bedürfnisse aufwenden muß, auch die persönlichen Bedürfnisse 
vollständiger und mannigfaltiger zu decken. So muß man, um 
dem durch den Übergang zum Ackerbau verursachten Sinken der 
Produktivkräfte entgegenzuwirken, die Produktivkräfte neu ein-
	        
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