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kräfte der Wirtschaften werden also unter die
einzelnen Produktionssphären verteilt, je nach
dem Grad ihrer Entwickelung. Die Bauernfamilie mit
einem Landanteil bis zu 5 Deßjätinen verwendet 60,62 Proz. ihres
Gesamtbudgets auf persönliche und bloß 39,38 Proz. des Budgets
auf wirtschaftliche Bedürfnisse, während bei einem Landanteil
von über 25 Deßjätinen die Ausgaben auf Produktionsmittel
47,05 Proz. und die persönlichen Ausgaben 52,95 Proz. des Bud
gets ausmachen. Die reichere Familie braucht also einen relativ
geringeren Teil ihres Budgets, um die persönlichen Bedürfnisse
ihrer Mitglieder zu decken, und einen relativ größeren Teil der Ge
samtausgaben für Produktionsmittel, da dadurch die Arbeits
produktivität erhöht wird und folglich auch die persönlichen Be
dürfnisse leichter und vollständiger befriedigt werden können.
Würden wir uns eine Gesellschaft vorstellen, die alle ihre Pro
dukte mittels Maschinen erzeugt, so müßte diese Gesellschaft
noch einen viel größeren Teil ihrer Arbeitskraft auf Herstellung
von Produktionsmitteln verwenden, als es die in unserer Tabelle
angeführte reichste Bauernfamilie tut. Die Verteilung der Pro
duktivkräfte unterliegt derselben Gesetzmäßigkeit in einer isolier
ten Wirtschaft, wie in einer Wirtschaft mit entwickeltem Tausch
verkehr.
Welchen Wirtschaftstypus wir auch nehmen, stets wird die
Arbeitsorganisation vom Stande der Produktivkräfte abhängen.
Bei Gefahr des wirtschaftlichen Ruins, des Hungers und Aus
sterbens muß jede Wirtschaft danach streben, ihre Produktiv-
kräfe möglichst rationell einzuteilen, und diese Einteilung wird
durch den Stand der Produktivkräfte bedingt.
Wir haben konstatiert, daß vor allem die dringlichsten Be
dürfnisse befriedigt werden. Aber auch die wirtschaftlichen Be
dürfnisse unterscheiden sich nach dem Grad der Dringlichkeit.
Am wichtigsten sind für eine Wirtschaft die Gegenstände, ohne
die die Reproduktion der Nahrungsmittel unmöglich ist. Weniger
wichtig sind Gegenstände, die zu einer Reproduktion auf er
weiterter Stufenleiter dienen.
Jede isolierte Wirtschaft muß einen Teil ihrer Arbeit für die