Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  23.  Fernverkehr  der  Privatleute.

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buches'  dieses  Staatsspeichers  vereinnahmt  wurde,  daß  alle  zwei
oder  drei  Einzahlungen  von  einem  und  demselben  Einzahler  namens
Ammonion  ausgehen  und  für  zwei  Empfänger  bestimmt  sind,  von
denen  der  eine  im  Dorfe  Tlethmis,  der  andere  im  Dorfe  Tachoi^
wohnt.  Das  können  nur  Girozahlungen  sein,  die  der  Staatsspeicher
in  Tochnubis  entgegennimmt  und  an  den  Staatsspeicher  in  Tlethmis
sowie  an  den  Staatsspeicher  in  Tachoi-Senkyrkis  durch  Dienstscheck ­
  übermittelt.  Unsere  Urkunde  kann  diesen  Dienstscheck
nicht  vorstellen,  weil  sie  die  Zahlungen  für  Tlethmis  und  für  Tachoi
gemeinsam  enthalt,  während  für  jeden  dieser  Orte  je  ein  besonderer
Dienstscheck  abzusenden  war.  Vielleicht  ist  darum  unsere  Urkunde
eine  Bestätigung  über  die  geschehenen  Einzahlungen
(Quittung)  zu  Händen  des  Einzahlers  Ammonion,  ausgestellt
vom  Staatsspeicher  in  ToxvoOßig.  Die  geringe  Menge  jeder  einzelnen
Einzahlung  (l'/g  '/e  Artabe,  1  Artabe  und  '/12  Artabe)  läßt  erkennen, ­
  wie  stark  das  Girowesen  der  Staatsspeicher  für  den  Fernverkehr ­
  selbst  bei  geringfügigen  Schuldausgleichungen  in  Anspruch
genommen  wurde.  P.  Amh.  II  122  ist  darnach  wie  folgt  zu  übersetzen ­
  und  zu  erklären:
„Einlieferung  in  den  Staatsspeicher  des  Dorfes  Tochnubis  an
Feldfrucht  des  Jahrganges  20.
A,  gebucht  auf  Seite  63  des  Kassentagebuches:
a)  für  Rechnung  des  Staatsspeichers  in  Tlethmis:
Einzahler:  Ammonion.  Empfänger:  Heliodoros  und
Matys.  Betrag:  [l'/g'/s]  Artaben^
b)  für  Rechnung  des  Staatsspeichers  in  Tachoi-Senkyrkis:
Einzahler:  (derselbe).  Empfängerin:  Tisois-Eudaimonis.
Betrag:  1  Artabe.
B,  gebucht  auf  Seite  67  des  Kassentagebuches:
für  Rechnung  des  Staatsspeichers  in  Tlethmis:
Einzahler:  (derselbe).  Empfänger:  Heliodoros  und  Matys.
Betrag:  '/12  Artabe.
‘  Über  den  Unterschied  zwischen  Kassentagebuch  und  Konto  siehe
Archiv  IV  S.  101.
*  Taxoi  liegt  in  unmittelbarer  Nähe  von  levKÚpKiç,  denn  beide  Dörfer
haben  zur  Zeit  des  P.  Fior.  I  8  (136/8  n.  Chr.)  einen  gemeinsamen  KUjpoTpop-Uareúç.
  Vielleicht  haben  sie  aus  demselben  Grunde  auch  einen  gemeinsamen
Staatsspeicher,  sodaß  oben  in  Z.  5  etwa  Taxoi  fj-rpi  levKÚpKcujç  oder  dgl.
zu  lesen  wäre.
®  In  der  Lücke  Y[  ]  wird,  entsprechend  der  Zusammenzählung
am  Schlüsse,  die  Artabenmenge  zu  suchen  sein;  es  ist  1‘/*  V«  “f“  V‘*  —  1  V*  ’/<•
            
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